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Häkchen ziemlich tief in der Haut des Wirtes verankert, ſo daß die Eier weder durch abwehrende Bewegungen noch durch Häutungen desſelben abgeſtreift werden können.
Wenden wir uns nun zu dem Bau und der Entwicklung der Ichneumoniden⸗ und Braconiden⸗Larven.
Dieſelben ſind durchweg fußlos, von meiſt gelblich weißer, ſeltener rein gelber Farbe, weich und kahl; viele haben ein etwas welkes Ausſehen. Sie bewegen ſich durch Ausdehnung und Zuſammen⸗ ziehung ihrer 12 Leibesringe leicht fort. Die Ichneumoniden⸗Larven haben an den Seiten der Glieder ſtets Luftlöcher, während die Mikrogaſter⸗Larven, wie neuerdings nachgewieſen wurde, ein geſchloſſenes Tracheenſyſtem beſitzen. Der Kopf zeigt ſtets deutliche Oberkiefer und Andeutungen von Unterkiefer und Unterlippe. Bei der Anomalon⸗Larve, deren Entwicklung Ratzeburg ein⸗ gehend verfolgte, ſind die Mundteile in den früheren Larvenſtadien am kräftigſten, um gegen das Ende der Entwicklung ſchwächer zu werden. Ein umgekehrtes Verhältnis zeigt ſich bei den Mikrogaſter⸗Larven, deren Mundteile im Anfang der Entwicklung nur aus 4 Wärzchen, ſpäter aber aus kräftigen Zangen beſtehen, womit ſie nach Vollendung ihres Larvenlebens die Haut ihres Wirtes durchbeißen, um ſich außerhalb desſelben einzuſpinnen. Anomalon⸗ und Mikrogaſter⸗ Larven ſind im erſten Stadium ihrer Entwicklung mit einem langen, ſchwanzförmigen Gebilde verſehen, das mit fortſchreitendem Wachstum der Larven an Länge abnimmt und allmälig ein⸗ ſchrumpft. Höchſt wahrſcheinlich dient dieſes auffallende Anhängſel der Reſpiration. Auch die merkwürdige Schwanzblaſe der Mikrogaſter⸗Larven dürfte die nämliche Funktion übernehmen. Die Larven zeichnen ſich durch das Fehlen jedweder Ausſcheidungsorgane aus, woraus zu ſchließen iſt, daß die aufgenommenen Nahrungsſtoffe vollkommen verdaut werden. Durch Réaumur war die Meinung entſtanden, daß die Ichneumonen⸗Larven hauptſächlich vom Fett⸗ körper ihrer Wirte zehrten. Mit Recht machte jedoch Ratzeburg dieſer Anſicht gegenüber geltend, daß die zahlreichen nur auswendig an ihren Wirten ſchmarotzenden Larven doch ſicherlich nur die flüſſigen Subſtanzen ihrer Wirte aufzunehmen vermöchten. In der That ſind auch die Mundteile der Larven mehr zum Saugen als zum Freſſen eingerichtet. (Die Tachinen⸗Larven ſollen indes wirklich die Eingeweide ihrer Wirte verzehren.) Réaumur wußte bereits, daß die Ichneumonen⸗Larven die lebenswichtigen Organe ihrer Wirte — Darmkanal, Nerven und Tracheenſyſtem— verſchonen, wie aus folgenden Worten hervor⸗ geht:„Les vers scavent donc ménager les organes nécessaires pour faire vivre et pour faire croftre les chenilles. IIs trouvent moyens de se nourrir à leur dépens, sans leur faire des blessures mortelles.“ Zur Entſcheidung der Frage, ob die von Schmarotzer⸗Larven bewohnten Raupen weniger freſſen als geſunde, ſtellte Ratzeburg im Jahre 1841 eine Reihe von Verſuchen mit Kiefernſpinnerraupen an, welche das überraſchende Ergebnis lieferten, daß die mit Paraſiten beſetzten Raupen in den 8 Verſuchstagen mehr an Gewicht zugenommen hatten, als die von Paraſiten freien Raupen. Es iſt dieſes Ergebnis auch noch inſofern von Intereſſe, als es zeigt, daß paraſitenbehaftete Wirte mit einem ſo vortrefflichen Appetit nicht wohl als „krank“ angeſehen werden können. Erſt gegen das Ende der Entwicklung der Schmarotzer⸗Larven erleiden die Wirte ernſtere Störungen ihres Befindens, wodurch indes die normale Entwicklung der Gäſte nicht mehr ungünſtig beeinflußt werden dürfte. Manche Wirte beſitzen nach vollendeter Ausbildung ihrer Gäſte noch ſo viel Kraft, um ſich verſpinnen zu können, gelangen aber nicht mehr zur Verpuppung. Andere werden noch zu Puppen, um als ſolche zu ſterben. Die Fälle,


