Aufsatz 
Über die Lebensweise der Ichneumonen / von H. Habermehl
Entstehung
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entgegengeſetzten Stellung unter der Bruſt und unter dem Kopfe fortſchiebt, bis er den letzteren oft weit überragt...... Der Bohrer kommt nun zum Vorſchein und wird der Laus pfeilſchnell in den Leib gejagt. Die Getroffene gerät in Zorn und Angſt: ſie wedelt mit dem Hinterleibe rechts und links, noch oben und unten und wiſcht mit den Hinterbeinen, als wollte ſie einen fremden Körper von ihrem Leibe entfernen; hilft aber alles nichts, der Schütze hatte gut gezielt, die Folgen davon werden ſich bald zeigen...... Ähnliche Beobachtungen machten ſchon Leeuwenhock, Friſch und De Geer.

Die angeſtochenen Opfer zeigen im allgemeinen nach dem Stiche kein merklich verändertes Benehmen; Appetit und Munterkeit bleiben unverändert. An zarthäutigen Raupen ſind die Stiche bisweilen als mißfarbige Punkte zu erkennen. Die Stellung der Ichneumonen beim An ſtechen ihrer Opfer iſt verſchieden. Manche krümmen den Hinterleib im Bogen nach aufwärts und ſetzen den Bohrer ſenkrecht an, während die Scheidenklappen in die Höhe gerichtet ſind ſo verhalten ſich in der Regel die mit langem Bohrer verſehenen Mitglieder der Pimplarier oder der Bohrer wird unter dem nach abwärts gekrümmten Hinterleib nach vorn zwiſchen den Vorderbeinen durchgeſchoben, wie bei manchen Craptiden, z. B. bei Mesostenus gladiator und bei manchen Braconiden. In einem von Ratzeburg an einer Pimpla-Art beobachteten Falle dienten die Klappen während des Stiches als Stützen. Im allgemeinen richtet ſich die Länge des Legebohrers nach der Erreichbarkeit des mit einem Ei zu beſchenkenden Wirts. Ichneumonen mit kurzer, oft kaum ſichtbarer Legeröhre ſind ſtets auf frei an Blättern und Zweigen lebende Schmetterlings⸗ und Afterraupen angewieſen, während die von Hüllen und Geſpinnſten umgebenen Raupen und die in Bohrgängen wurmſtichiger Bäume, ſowie unter Rinde hauſenden Käferlarven, Weidenbohrer⸗ und Glasflüglerraupen immer von Schlupfwespen mit langen Legebohrern an⸗ geſtochen werden. Was ein ſolches anſcheinend ſchwächliche Werkzeug zu leiſten vermag, zeigen die ſchönen Marſham'ſchen Beobachtungen an einer Ephialtes-Art. Am 9. Juni 1787 ſah dieſer treffliche Beobachter eine ſolche Wespe um einen wurmſtichigen Pfoſten herumfliegen. Das ſonderbare Ausſehen und merkwürdige Benehmen derſelben veranlaßte ihn zu genauerer Beobachtung. Nachdem ſich das Tierchen niedergelaſſen hatte, lief es mit bogenförmig nach abwärts gerichteten und heftig zitternden Fühlern wie taſtend an dem Holz umher, indem es von Zeit zu Zeit an den Bohrlöchern Halt machte und die Fühler bis zum Kopfe in dieſelben einführte. Nachdem die Wespe, wie es ſchien, ein ihr zuſagendes Bohrloch gefunden hatte, hob ſie den Hinterleib mit den beiden Scheidenklappen ſenkrecht in die Höhe, führte den langen Legeſtachel in die ffnung ein und verblieb etwa 2 Minuten in dieſer ſonderbaren Stellung. Alsdann zog ſie den Stachel wieder heraus, betaſtete, gleichſam riechend, das Loch mit den Fühlern und führte den Stachel abermals ein. Ein ander Mal ſah Marſham eine Wespe der gleichen Art ihren Legeſtachel ¾ Zoll tief in das feſte Holz des Pfoſtens eintreiben, eine Leiſtung, die ſeine höchſte Bewunderung erregte. Später fand Marſham im Innern des Holzes das Neſt einer einſam lebenden wilden Biene(Chelostoma maxillosa), deren Brut der Ichneumon offenbar mit Eiern zu beſchenken gedachte. In einem anderen Falle beobachtete er, wie eine ſolche Wespe ihren in das Holz eingeſenkten Stachel ein wenig hervorzog und ihn dann wieder mit großer Kraft in das Holz hineinſtieß. Während dieſer Vorgänge war an der Hinterleibsſpitze eine eigentümliche Bewegung zu ſehen,similar to the pulsation of an artery. Marſham äußert