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Beobachtungen ſollen ſich die Stürzpuppen des Schwammſpinners dadurch gegen die Angriffe der Ichneumonen zu ſchützen ſuchen, daß ſie ſich in ihrem Geſpinnſte ſo lange wie eine Spindel umdrehen, bis ſich der Feind zurückgezogen hat. Sehr ſchön beſchreibt Tiſchbein das An⸗ ſtechen einer Afterraupe(Lyda clypeata) durch eine Mesochorus⸗Art:„Der Ichneumon flog dicht über die Raupen hin und ſetzte ſich bald auf ein Blatt in der Nähe einer Raupe oder auf eine Raupe ſelbſt, wodurch dieſe ſehr beunruhigt wurden und mit den aufwärts gekrümmten Hinterteilen ihres Leibes hin- und herſchlugen. Es dauerte etwa 2 Minuten, bis der Ichneumon ſeinen Stich anbringen konnte. Endlich aber gelang es ihm auf einer der Raupen Platz zu greifen und nun bog er ſeinen Hinterleib zwiſchen den Beinen durch, daß das Ende desſelben unter ſeine Bruſt gekrümmt war, und ſenkte ſeine Legeröhre in die Raupe, die noch immer un⸗ ruhig war. Als der Ichneumon ſo einige(etwa 10) Sekunden geſeſſen hatte, ſchlug ich mit dem Ketſcher nach ihm, da ich bange war, er würde mit ſeinem Stiche gleich fertig ſein, davon fliegen und mir entgehen. Wie lange er alſo bei dem Stiche mit eingeſenkter Legeröhre geſeſſen haben würde, kann ich nicht ſagen.“ Im Jahre 1864 ſah Ratzeburg Anomalon circumflexum eine Kiefernſpinnerraupe anſtechen und konnte auch die Lage des friſch gelegten Eies in der Raupe beobachten. Indes verläuft der Ichneumonenſtich nicht immer ſo raſch wie in den eben geſchilderten Fällen; bisweilen zieht ſich derſelbe längere Zeit, ſelbſt mehrere Stunden hin, wie dies Ratzeburg an einer größeren Braconidenart beobachtete. Das Tierchen hatte ſeinen Bohrer in das Holz eines ſtarken Poſtens eingeſenkt und ſaß, als der Beobachter hinzukam, völlig un— beweglich da. Nur ſehr ſelten bewegte es ſeine Fühler ein wenig. Zu ſeinem Erſtaunen ge⸗ wahrte er, abwechſelnd mit Lupe und bloßem Auge beobachtend, wie allmälig der rote Hinterleib des Bracon immer durchſcheinender wurde und wie von Zeit zu Zeit mehrere Kügelchen aus der Baſalgegend des Hinterleibs bis in die Gegend der Baſis des Bohrers herabfielen. Dabei ſah er, wie jedem dieſer Akte eine ſtarke periſtaltiſche Bewegung des Hinterleibes voranging und der Bohrer ſich dabei auf- und niederbewegte. Dieſe Vorgänge nahmen nahezu 2 Stunden in An⸗ ſpruch. Wie ſind dieſe Vorgänge zu erklären? Sind die Kügelchen wirkliche ovula geweſen? Wenn dies der Fall war, wie iſt deren Anhäufung an der Baſis des Bohrers zu erklären? Vor allem, wie iſt die lange Dauer des Aktes zu erklären? Dieſe und andere Fragen wirft Ratzeburg auf, ohne ſie beantworten zu können. Ungemein reizvoll ſchildert Ratzeburg den Angriff eines Ichneumons auf eine Roſenblattlaus:„Man darf nur in einen Garten gehen und da, wo im Monat Mai und Juni viele Blattläuſe auf den Roſenſträuchern ſitzen, genau nachſehen; da wird man auch bald dieſe kleinen Ichneumonen, die nicht zu den tapferſten gehören, gewahren. Mit ordentlich geheimnisvoller Vorſicht umſchleichen ſie die Geſellſchaft der Blatt⸗ läuſe, als wenn ſie es mit einem argen Feinde zu thun hätten. Haben ſie eine Gruppe der ruhig weidenden Tiere gefunden, die ſie berücken zu können glauben mögen, ſo bleiben ſie eine Zeit lang beobachtend unbeweglich vor denſelben ſitzen und ſondieren das Schlachtfeld nur zuweilen mit den vibrierenden, gekrümmten Fühlern. Werden die Blattläuſe unruhig, ſo geht der Held auch wohl klüglich ihnen etwas aus dem Wege, bis die Luft wieder rein iſt. Plötzlich legt er an, indem er, auf ſeine 6 Beine feſt aufgeſtämmt, den Hinterleib auf ſo geſchickte und unbegreif⸗ liche Weiſe, wie es wohl noch von keinem Aquilibriſten und in keinem eirque olympique geſehen worden iſt, nach hinten und unten krümmt und in der, ſeiner natürtichen Richtung grade 2


