Aufsatz 
Über die Lebensweise der Ichneumonen / von H. Habermehl
Entstehung
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nicht den an ſo vielen anderen Stellen errungenen Ruhm; denn er nennt nur wenige Ichneumonen und beſchreibt ihr Thun und Treiben oberflächlich, zuweilen ſogar fehlerhaft. Größeren Ruhm erwarb ſich auf dieſem ſchwierigen Gebiete der ſchwediſche Naturforforſcher De Geer. Wie ſein berühmter Vorgänger Réaumur, den er ſich zum Vorbild genommen, widmete er ſich mit unermüdlichem Eifer der Erziehung aller möglichen Inſekten und förderte hierdurch namentlich die Kenntnis des Ichneumonenwirte ganz bedeutend. Nicht nur erzog er Ichneumonen aus den verſchiedenſten Groß⸗ und Kleinraupen, ſondern auch aus den in Knospen, Gallen und im Holz wohnenden Raupen und Maden, aus Afterraupen, Käferlarven, Schwebfliegenmaden, Blatt⸗ und Schildläuſen, Schmetterlingseiern u. a. Auch bemühte er ſich, die erhaltenen Ichneumonen nach beſten Kräften zu benennen und zu beſchreiben. 1797 veröffentlichte ſodann der Engländer Marſham ſeine ſchönenobservations on the oeconomy of the Ichneumon manifestator, welche zum erſten Male die auf die Erhaltung der Nachkommenſchaft gerichteten bewunderungs⸗ würdigen Leiſtungen der Weibchen dieſes Inſekts enthüllten. 1829 erſchien Gravenhorſt's berühmteIchneumonologia Europaca, deren Schwerpunkt allerdings in der Syſtematik lag, die aber auch die Biologie der Ichneumonen förderte. Eine ſehr vollſtändige Zuſammenſtellung des bis dahin über die Lebensweiſe der Ichneumonen Bekannten, nebſt vielen eigenen Be⸗ obachtungen, lieferte im Jahre 1840 der geniale engliſche Entomologe Weſtwood in ſeinem WerkeIntroduction to the classification of insects, founded on the natural habits and corresponding organisation of the different families. Von deutſchen Forſchern, welche um dieſe Zeit die Biologie der Ichneumonen durch ihre Forſchungen bereichern halfen, ſtehen Bouché und Hartig in voorderſter Reihe. Alle aber überſtrahlt auf dieſem Gebiete der Altmeiſter biologiſcher Forſchung, J. Th. Ratzeburg. Seine 184452 in 3 Quartbänden erſchienenenIchneumonen der Forſtinſekten bleiben für alle Zeiten ein be⸗ wunderungswürdiges Denkmal deutſcher Gründlichkeit und deutſchen Bienenfleißes. Dieſelben enthalten eine geradezu unerſchöpfliche Fülle von intereſſanten Beobachtungen und Zuchtreſultaten. 1878 erſchienen BriſchkesIchneumonen der Provinzen Oſt⸗ und Weſtpreußen, worin die Reſultate ſeiner ausgedehnten Zuchten, die viele neue Arten lieferten, tabellariſch zuſammengeſtellt ſind. Wertvolle biologiſche Beiträge lieferten ferner Kriechbaumer, Schmiedeknecht, Taſchenberg, Altum, G. Mayr, Graf Solms⸗Laubach, Bridgman, Moeſary, Judeich und Nitſche. Eine populäre Bearbeitung der Ichneumonen in Brehm's Tier⸗ leben hat Taſchenberg zum Verfaſſer.