Aufsatz 
Über die Lebensweise der Ichneumonen / von H. Habermehl
Entstehung
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hunderts um die Kenntnis der Ichneumonen verdient machten, iſt der treffliche Berliner Rektor Joh. Leonhard Friſch zu nennen. Im XIII. Kapitel des 5. Teiles ſeinerBeſchreibung von allerley Inſekten in Teutſchland ſagt er:Es iſt das Geſchlecht der Ichneumonen ſo groß und ihre Natur ſo wenig unterſucht, daß ich mir vorgenommen, alles, was ich deswegen bemerkt, aufzuſchreiben und denen Nachkommen zu hinterlaſſen, damit ſie weiter kommen mögen, als wir. Es iſt dieſer Ichneumon ſchon der 16., den ich in dieſen 5 Teilen beſchreibe. Zum erſten Male werden von Friſch die Ichneumonen alsSchlupfwespen bezeichnet. Sehr ſchöne und zahl⸗ reiche Beobachtungen veröffentlichte der berühmte franzöſiſche Naturforſcher Reéaumur im 2. und 6. Band ſeinerMémoires pour servir à l'histoiro des insectes. Er unterſcheidet zwiſchen »guéêpes ichneumons undmouches ichneumons. Erſtere ſind nach ihm diejenigen Inſekten, welche Larven, Raupen, Spinnen und Fliegen durch einen Stich bewegungsunfähig machen und dieſelben ſodann zur Ernährung der Brut in ihre Neſter tragen dieſe entſprechen den heutigen Sphegiden und den Eumeniden unter den Faltenwespen, während die letzteren unſere heutigen Ichneumonen und Raupenfliegen umfaſſen. Eine ausgedehnte Raupenzucht lehrte ihn die Wirte einer ganzen Reihe von Ichneumonen kennen. Eingehend ſchildert er das Hervor⸗ brechen ihrer Maden aus Kohlraupen, ſowie die Anfertigung der ſeidenartigen Cocons. Durch zahlreiche Sektionen der letzterwähnten Raupen lieferte er den exakten Beweis, daß häufig 90 bis 95% derſelben den Angriffen paraſitiſcher Hymenopteren erliegen. Er unterſcheidet bereits zwiſchen geſellig und einſam lebenden Schmarotzerlarven. Es iſt ihm auch nicht entgangen, daß manche Larven an der Außenſeite ihrer Wirte ſaugen. Den Ichneumonenſtich ſah er mehrfach bei großen und kleinen Arten, und zum erſten Male werden von ihm die merkwürdigen hängenden und ſpringenden Ichneumonentönnchen erwähnt, eingehend beſchrieben und abgebildet. Von den Schmarotzerlarven ſagt er ganz richtig, daß ſie ſtets die weſentlichen Teile ihrer Wirte ver⸗ ſchonen, daß die angeſtochenen Raupen von nicht angeſtochenen häufig gar nicht unter⸗ ſchieden werden könnten, auch kein Unterſchied in der Freßluſt und im Wachstum zu bemerken ſei. Daß er auch ſchon die ſecundären Schmarotzer kannte, geht aus folgenden Worten hervor: J'ai bon nombre d'exemples, que les mangeurs d'insectes sont souvent mangé eux-meèmes par d'autres insectes; j'ai ouvert plusieurs fois des coques faites par des vers qui avoient mangé des chenilles et qui se devoient transformer en mouches ichneumons, que j'ai trouvées remplies de vers qui avoient vécu des mangeurs. Intereſſant iſt die Anſicht des großen Beobachters über den Wert der Syſtematik. Er hält nämlich den Verſuch, ein Syſtem der Ichneumonen aufzuſtellen, angeſichts der ungeheuren Artenzahl derſelben, für ein ebenſo über⸗ flüſſiges wie vergebliches Unternehmen. Seiner Meinung nach genügt es zu wiſſen, daß ihre Zahl Legion iſt und daß ohne deren Eingreifen alle Früchte der Erde von den pflanzen⸗ freſſenden Inſekten aufgezehrt würden. 1741 begann der Nürnberger Miniaturmaler und Natur⸗ kundige Aug. Joh. Röſel, ſpäter in den Adelſtand als ein Herr Röſel von Roſenhof erhoben, die Herausgabe ſeiner wegen ihrer wunderbar ſchönen Kupfer berühmt gewordenen Monatlichen Inſektenbeluſtigungen. Die Ichneumonen wurden im 2. Bande derſelben, in der Sammlung derer Wespen und Hummeln abgehandelt. Wegen ihrer beim Sitzen beſtändig zitternden Fühler bezeichnete ſie Röſel alsVipperwespen. über ſeine Leiſtungen auf dem Gebiete der Ichneumonologie äußert ſich Ratzeburg folgendermaßen:Röſel bewährt hier