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Cocons der Larven für die Eier der Kohlraupen zu halten, wodurch die auch heute noch in bäuerlichen und gärtneriſchen Kreiſen häufig anzutreffende Meinung vom„Eierlegen“ der Raupen entſtand. Der nächſte Naturforſcher, welcher von den Ichneumonen ſpricht, iſt Moufetus. In ſeinem 1634 zu London herausgekommenen Werke„Insectorum sive minimorum animalium theatrum“ bezeichnet er dieſelben als„muscae tripiles“, wegen des in 3 Fäden geſpaltenen Legebohrers. Der Lebensweiſe der Ichneumonen erwähnt er nirgends; ſie ſcheint ihm unbekannt geblieben zu ſein. Ungefähr um die Mitte des 17. Jahrhunderts beſchäftigte ſich der nieder⸗ ländiſche Maler Goedartus eifrig mit der Entwickelung und den Lebensverhältniſſen der In⸗ ſekten, beſonders der Schmetterlinge. Bei der Zucht der letzteren aus ihren Raupen erhielt er häufig wider Willen auch Ichneumonen und Raupenfliegen, die er mit derſelben Gewiſſenhaftig⸗ keit, die er den Schmetterlingen, ſeinen Lieblingen, widmete, beſchrieb und abbildete. Als ein Kind ſeiner Zeit zeigte er ſich aber in ſeinen Anſichten über die Entſtehung und Entwickelung dieſer Schmarotzerinſekten, denn das Hervorgehen von Schmarotzerfliegen aus einer Schmetterlings⸗ puppe erſchien ihm als ein Widerſpruch mit dem Gang der Natur. 1685 erſchien Swammer⸗ dam's berühmte„historia insectorum generalis etc.“, worin die Ichneumonen zu den ſg. Pseudosphecae oder Baſtardwespen geſtellt wurden. Als trefflichem Beobachter war ihm nicht entgangen, daß die mit Schmarotzerlarven beſetzten Puppen nach und nach unbeweglich werden, verhärten und ihre Farbe verändern. Er hatte auch ſchon die Verwandlung der Larven in Nymphen und in das ausgebildete Inſekt aufs genaueſte beobachtet. Ebenſo war ihm bekannt, daß manche Larven ſich zur Verpuppung ein Geſpinnſt anfertigen u. a. m. Wie Goedartus ſo hatte auch Swammerdam über die Entwickelung der Paraſiten im Körper anderer In⸗ ſekten noch durchaus irrige Vorſtellungen. So glaubte er, daß ein Tier gelegentlich die Macht beſitze, ſich in ein vollſtändig anderes zu verwandeln. Als er 545 Fliegen derſelben Art aus 4 Schmetterlingspuppen hervorgehen ſah, war er der Anſicht, daß das Leben und die Bewegung
der 4 Puppen auf die 545 Fliegen übertragen worden ſei. Leeuwenhoek, der berühmte Mikroskopiker und Entdecker der Infuſorien, beobachtete zum erſten Male das Anſtechen der Blattläuſe durch winzige Ichneumonen. Um den Stich genauer beobachten zu können, ſperrte er beide zuſammen in eine Glasröhre ein. Seit 1667 beſchäftigte ſich der engliſche Theologe Ray eifrig mit der Beobachtung der Ichneumonen, von welchen er 29 Arten beſchrieb, worunter ſich indes eine Grabwespe befindet, da ſie, wie Ray erwähnt, eine Raupe fortſchleppte, was nur die Sphegiden zu thun pflegen. Es ſcheint, als ob derſelbe das Wort Ichneumon zuerſt im heutigen Sinne gebraucht habe, denn auf S. XV ſeiner„historia insectorum“ ſagt er:„muscae illae audaces, quas ichneumones vocant, in corpora erucarum ova sua immittunt“. Um's Jahr 1700 warf ſich Valisnieri auf die Beobachtung der Inſekten und ſah zum erſten Male winzige Ichneumonen aus Schmetterlingseiern, die er zum Zwecke der Raupenerziehung in einer Schachtel aufbewahrt hatte, hervorgehen. Etwas ſpäter gelang es Zinnani auch das Anſtechen ſolcher Eier durch Ichneumonen zu beobachten und deren Entwickelung im Ei durch alle Stadien hindurch zu verfolgen. Ein anderer italieniſcher Naturforſcher, der durch ſeine ſcharfſinnigen Unter⸗ ſuchungen über die Erzeugung der Inſekten berühmte Redi, beobachtete das Anſtechen von Schmeißfliegenmaden durch Ichneumonen und ſah ſpäter gegen 40 Stück der letzteren aus einer Tönnchenpuppe hervorgehen. Von deutſchen Naturforſchern, die ſich im Anfange des 18. Jahr⸗


