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„Ces sount les leis et les custumes que le rei Willams grentat a tut le puple de Engleterre apres le cunquest de la terre, iceles mèmes que li reis Edward sun cosin tint devant lui.
Co est a savoir: I Pais a saint Yglise.— De quel forfait que home out fait al tens, e il pout venir a saente Yglise, out pais de vie e de membre; e se alquons meist en celui qui la mere Yglise requireit, se ceo fust u eves- que, u abbeie, u Yglise de religiun, ren- dist ceo que il avereit pris, e cent solz de forfait; e de mere yglise de paroisse XX solz, e de chapelle, X solz.
XXXIX Dous sunt perceners de un erithet e est ''un enplaidé senz l'altre, e, per sa folie, si pert; ne dit pur ço l'altre estre perdant qui present ne fud, kar jose jugé entre ens ne forsjuge pas les alt resqui ne sont a présent.“
„Hier folgen die Geſetze und das Landes— recht, welche König Wilhelm dem ganzen engliſchen Volke nach der Eroberung des Landes gab, auch die, welche König Eduard*), ſein Vetter, vor ihm ſchon auf— recht hielt.
Zu wiſſen:
I
Aſylrecht in der heil. Kirche.— Welch ein Verbrechen ein Menſch in gegenwärti⸗ ger Zeit begangen haben mag, wenn es ihm gelingt, ſich in die heilige Kirche zu flüchten, ſo habe er nichts mehr weder fuͤr ſein Leben noch für die Erhaltung ſeiner Glieder zu fuͤrchten, und ſollte jemand die Hand auf den legen, welcher eine Zuflucht in der heil. Kirche, unſrer Mutter, mag dieſe eine Kathedralkirche, oder eine Abtei oder eine Pfarrkirche ſein, geſucht hat, ſo gebe er das zurück, was er dort ergriffen und zahle 100 Sous als Strafe; für die Haupt⸗ kirche einer Gemeinde iſt die Geldſtrafe 20 Sous, für eine Kapelle 10 Sous.
XXXIX
Wenn zwei Perſonen Miterben an einem Nachlaſſe ſind, und wenn der eine ohne den andern ſeine Sache vor Gericht aus⸗ zufechten hat und durch ſeine eigene Schuld den Proeceß verliert, ſo hat deßhalb der⸗ jenige, welcher nicht vor Gericht erſchien, keinen Verluſt zu erleiden; denn eine für die Erſchienenen abgeurtheilte Sache be⸗ nimmt die Abweſenden nicht ihres Anſpru⸗ ches an dem Beſitz.“
4) Eine ähnliche Sprache befand ſich wohl auch in der Urkunde der Assises des Jérusalem(Lettres du St. Sépulchre), welche nach dem erſten Kreuzzug von Gottfried von Bonillon eingeführt wurden; allein die Original⸗Urkunden ſind nicht bis zu
uns gelangt.
Dieſes war der Anfang der franzöſiſchen Sprache, der Sprache, die ſich ſpäter ſo entwickelt hat, daß ſie mit der deutſchen und der engliſchen Sprache zur Ehre ge⸗ langte, als Hauptorgan für alles, was das menſchliche Wiſſen betrifft, dienen zu
können**).
*) König Eduard der Bekenner.
*) Das allmäͤlige Fortſchreiten und die gänzliche Entwicklung der franzöſiſchen Sprache darzuſtellen kann hier nicht unſere Aufgabe ſein; wir erlauben uns in dieſer Beziehung auf das„Tableau de la Littérature française, Darmſtadt und Oppenheim bei C. Kern 1855— 1857,“ hinzuweiſen.


