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vor; es ſind die Freiheitsbriefe und Privilegien, welche die Könige den Städten ertheil⸗ ten(Fueros, Cartas Puchlas). Die erſten ſind die Fueros, welche der Stadt Oviedo 1145 und der Stadt Aviles 1155 von Alfons VII. ertheilt wurden.*) Dennoch finden ſich frühere Spuren der ſpaniſchen Sprache in den lateiniſchen Documenten ſelbſt(höchſt wahrſcheinlich aus der Volksſprache ins Lateiniſche überſetzt, ſo gut es dort und damals ging); unter andern wollen wir hier fragmentariſch ein hiſtoriſches Document vom VIIIten Jahrhundert anführen. Es iſt dies ein Edikt des Arabers Alboacem, welcher zu Coimbra herrſchte und im Jahr 734 den Chriſten ihren religibſen Cultus unter gewiſſen Bedin⸗ gungen geſtatten wollte. Dieſe Urkunde beginnt folgender Weiſe:„Alboacem Iben Mahumet Alhamar, Iben Tarif, bellator fortis, vincitor Hispaniarum, dominator Canta- briae Gothorum et magnae litis Roderici..... Ego ordinavi, quod Christiani de meds terras pecten(bezahlen) dupliciter quam Mauri et de ecclesiis per singulas XXV. pesuntes de bono argento, et per monasteria pieten L pesantes(pesos)... et Christia- ni habeant in Colimb(Coimbra) suum comitem, et in Gadatha alium comitem de suâ gente, qui mantencat eos in bono Jasgo(Urtheil) secundum solent homines Christiani, et isti cumponens rixas inter illos, et non matabunt hominem sine jussu de Alcaide, et monstrabunt suos jusgos, et ille dicebit: bene est; et matabunt culpatum.. Si Christianus fuerit ad Mesquidam vel dixerit male de Allah, vel Mahamet, tant Mau- rus, sin matent eum. Bispi(Episcopi) de Christianis non maledicant reges Maurorum, sin moriantur....
Etwa 50 Jahre nach obenerwähnter Urkunde von Aviles erſchien das erſte ſpa— niſche Gedicht, das Heldengedicht des Cid(Poema del Cid). Dieſes frühe Denk⸗ mal der ſpaniſchen Sprache ſoll ſchon vom Jahr 1207 datiren**). Der Verfaſſer des Gedichts des Cid iſt unbekannt. Ueber den Werth und den Inhalt dieſes intereſſanten Denkmals einer ſo frühen Zeit haben wir keine Veranlaſſung uns hier auszuſprechen; wir verweiſen deßhalb auf Ticknors vorzügliche„Geſchichte der ſchönen Literatur in Spanien.“
2 Der erſte ſpaniſche Dichter, deſſen Name bekannt iſt, heißt Gonzalo de Berceo (um 1198— 1260). Seine Gedichte betragen ungefähr 13,000 Verſe, ſie ſind alle religiöſen Inhalts; wir führen hier einige Verſe von Berceo an, um den Stand der damaligen ſpaniſchen Sprache darzuthun.
„Amigos et vasallos de Dios omnipotent Si vis me escuchasedes por vuestro contiment Querria vos contar un buen aveniment; Terrédeslo en cabo per bueno verament,
Vo maestro Gonzalvo de Berceo nomnado Iendo en Romeria caeci en un prado
*) Die Urkunde der Stadt Aviles,— eigentlich eine Ueberſetzung dieſer Urkunde ins Spaniſche, da die Urkunde ſelbſt in ſchlechter lateiniſcher Sprache aufgeſetzt wurde— fängt mit folgenden Worten an:„Estos sunt los foros que deu el rey D. Alfonso ad Abilies quanto la poblou par foro Sancti Facundi et otorgo lo emperador. Em primo per solar(Grundſtücke) pinder, I solido(Goldgulden) et II denarios a lo saion(Gerichts⸗ oder Polizeibeamter) et cada ano(jedes Jahr) solido en censo per lo solar: é qui lo vender, de solido A lo rai e quil comparar(wer es kauft) dara II denarios â lo saion etc.
*) Der Cid ſelbſt, deſſen unaufhörlich in ſpaniſcher Dichtung gedacht wird, ſoll nach der Chronica del Cid(Burgos 1593 Fol.) um das Jahr 1040 geboren und im Jahr 1099 in Valencia, welches er von den Mauren befreit hatte, geſtorben ſein. Sein urſprünglicher Name war Ruy Diaz, oder Rodrigo Diazz er gehörte den angeſehenſten Familien. Spaniens an.


