Aufsatz 
Zur Konzentration des erdkundlichen Unterrichts. Ein Wandertag auf der schwäbischen Alb
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ie folgende Skizze will nichts sein als die Wiedergabe geo- graphischer Beobachtungen und Eindrücke, wie sie das Auf und Ab eines Wandertags aneinandergereiht hat. Sie ist nicht schulgerecht zugestutzt. Als ich sie ins Wandertage- duch schrieb, dachte ich nicht an den Unterricht. Indessen, was aus dem Leben hervorgegangen ist, kann immer auch auf das Leben zurück- wirken, und Unterricht und Erziehung sind Reiche, die ohne den Atem- zug des Lebendigen nicht gedeihen können. So ist also doch eine innere Beziehung zur Schule da, wenn auch nicht in dem Sinne des rein Lehrhaften. Die Stelle, an der dies kleine Bruchstück einer Reise- schilderung ans Licht kommt, mag es rechtfertigen, wenn ich einige Gedanken über die innere Beziehung der Einzelschilderung zum geo- graphischen Unterricht vorausschicke.

Die Erdkunde ist eine selbständige Wissenschaft geworden. Die trockenen Zeiten, in denen sie nur ein Wissen möglichst vieler neben- einandergestellter Einzelheiten und Zahlen, im Grunde, trotz aller Ordnung, nichts anderes als ein chaotisches Durcheinander war, allenfalls auch ein not- wendiges Zubehör der Geschichte, die sie durch ihre Kenntnis der Kriegs- schauplätze und Staatengrenzen unterstützte, tauchen allmählich im Nebel- meer der Vergangenheit unter. An der Entwicklung der Erdkunde haben die Naturwissenschaften den größten Anteil. Aber sie geht nicht in den einzelnen Fächern der Naturwissenschaft auf, sie ist mehr als ein buntes Mosaik. Die physische Geographie des Erdfesten und Erd- flüssigen ist nicht gleichbedeutend mit Geologie, so sehr sich beide auch durchdringen. Die Pflanzengeographie ist der Botanik gegenüber etwas Neues. Wenn das einzelne Naturwissenschaftler gelegentlich leug- nen, so übersehen sie das Dasein des geographischen Problems, das die Erdkunde erst zu einer besonderen Wissenschaft macht, deren Forschung ebenso kausal ist, wie die der anderen Wissenschaften. Die Geographie hat die Erscheinungen unseres Planeten in ihren Beziehungen zueinander, zum Erdganzen, schließlich auch zum kosmischen Ganzen zu untersuchen,

1*