Aufsatz 
Zur Konzentration des erdkundlichen Unterrichts. Ein Wandertag auf der schwäbischen Alb
Entstehung
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ein geheimes Band zwischen der stolzen Berggestalt und der Größe des Geschlechts, dessen Wiege sie trug.

Die waldige Ursprünglichkeit der Oschenbachschlucht, die sich tief zwischen Roßberg und Bolberg hinzieht, verlockte mich zu einem raschen Abstieg. Ich kletterte im Kalkgeröll einer trocknen Bachrinne hinunter, vorbei an wildem Eppich, rotem Orant, Nestwurz, Mondviole und den letzten blühenden Akleistauden. Im Buchenschatten kam mir wieder einmal die tagelange, von keinem Touristenschwarm angefallene Einsamkeit meines Wanderns in einem deutschen Bergland zum Be- wußtsein, und ich dankte heimlich der See und den Alpen für dieses Geschenk.

Ich schlenderte talaus, bis der Kirchturm von Oschingen aus seinen Feldern auftauchte, und weiter. Bald stand die Mauer des Gebirges hinter mir, feierlich starr in dunklen Abendfarben. Gewiß war es nur ein Zufall, daß ich draußen in einer Schenke von Mössingen, wo ich die Bahn erreichte, Tisch und Bänke unsauber und den Wirt, obgleich er so wohlbeleibt war wie der Knöpflesschwab des Volksmärchens, voll unzufriedener Reden fand. Aber es berührte mich doch nach den Erlebnissen des Tages eigen genug.

Der Tübinger Zug, der mich am Gebirge entlang noch nach Hechingen bringen sollte, verspätete sich zum Glück nicht allzusehr. So konnte ich den Zollern noch sehen. Scharfumrissen trat er mit seiner zackenreichen Schloßbekrönung aus dem Abendhimmel heraus, ein Gebieter und Beschützer der kleinen Stadt, die sich unter ihm an einer niederen Anhöhe über dem Starzelbach hinaufgebaut hat. Als ich, an der alten Kirche St. Luzen vorbei, über die schrägen, holprigen Gassen schritt, saßen die Leute auf den Bänken neben den Haustüren und genossen plaudernd den warmen Sommerfeierabend. Unter dem Bogen des Stadttores packten die Obstfrauen ihre Schätze ein. Die Sterne begannen zu leuchten.