Aufsatz 
Henry Kirke White : ein Beitrag zur englischen Literaturgeschichte / von Gundlach
Entstehung
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are to expect from him; nevertheless, his descriptions are sometimes little inferior to Thom- son. ¹) Das Urteil, welches er fällt, beruht indes nicht auf Ueberhebung und Selbst- täuschung, sondern ist auf den jugendlichen Eifer zurückzuführen, in welchem er sich über seine Fortschritte freute und die Gedanken, welche ihm während und nach der Lectüre kamen, zu fixieren suchte. Er selbst gesteht:My classical knowledge is very super- ficial: it has very little depth or solidity; but I have really so small a portion of leisure, that I wonder at the progress I do make. Und trotz all seiner beschränkten Zeit und bei all diesen Studien, welche seine Mussestunden in vollem Masse in Anspruch nahmen, dichtete er noch. Freilich benutzte er dazu hauptsächlich die Nachtstunden, und es kam vor, dass er die ganze Nacht hindurch aufblieb oder nur zwei bis drei Stunden schlief. Hierüber spricht er sich selbst aus in dem Gedichte:Time:

For me the day Hath duties which require the vigorous hand Of steadfast application, but which leave No deep improving trace upon the mind. But be the day another's; let it pass! The night's my own! They cannot steal my night! When Evening lights her folding star on high, I live and breathe, and in the sacred hours Of quiet and repose my spirit flies, Free as the morning, o'er the realms of pace, And mounts the skies, and imps her wings for heaven.

Die Folgen hiervon zeigten sich leider nur zu früh. Er sah zum Teil selbst ein, wie unzuträglich ihm eine solche Lebensweise war, und daher kommt es, dass er in seinen späteren Briefen, zu einer Zeit, wo seine Gesundheit schon sehr schwankend geworden war, sein übertriebenes Arbeiten vor seinen Verwandten und besonders vor seiner Mutter geheim zu halten suchte und nur noch selten seinem Bruder gegenüber seine Fortschritte und seine weiteren Bestrebungen erwähnt. Freilich suchte er auch seine Krankheit zu ver- bergen, um seine Mutter nicht zu beunruhigen, und in der That nahm er es nicht sehr ernst damit oder suchte sich wenigstens einzureden, es sei von keiner Bedeutung. So schreibt er am 16. December 1804 von Winteringham aus an seine Mutter:Since I wrote to you last, I have been rather ill, having caught cold, which brought on aslight fever... Don't make yourself in the least uneasy about this, I pray, as I am quite recovered, and not at all apprehensive of any consequences. I have no cough, nor any symptom which might indicate an affection of the lungs; und am 27. December 1804 an seinen Bruder: I can now assure you, that I am perfectly recovered, and am as well as I have been for some time past. My sickness was merely a slight fever, rather of a nervous kind, brought on by a cold, and soon yielded to the proper treatment. I do assure you, simply and plainly, that I am now as well as ever.

Einen eigentümlichen, tiefgehenden Einfluss übte auf sein Denken und Schaften seine mehr und mehr zu Tage tretende Hinneigung zur Religion, oder wenn man lieber will, zur Theologie. Wie wir sahen, wählte er sich diese letztere zum Berufe, und einige seiner Briefe, besonders einer ohne Datum an seinen Bruder Neville, sind förmliche theo- logische Abhandlungen. Das Nachdenken über religiöse Probleme in einem Alter, welchem

¹) Dichter derSeasons.