Die Frequenzs) der Realschule betrug:
1840— 41 in 2 Klassen....... 66 Schüler, 1841— 42„ 2—.. 99„ 1842— 43„ 3 4....... 111„ 1843— 44„ 4„.... 105„ 1844— 45„ 5 1. 10²
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Als durch ein Gesetz vom 22. Juni 1844 die Pädagogien zu Hadamar und Wiesbaden und das Landesgymnasium zu Weilburg zu vollständigen humanistischen Gymnasien erweitert wurden, erfolgte zugleich zu Wiesbaden die Gründung einer Ober-Realschule, des sog. Realgymnasiums. Der § 2 des cit. Gesetzes bestimmt:„In Wiesbaden soll in Verbindung mit der städtischen Vorbe- reitungs-*) und mittleren Realschule ein Realgymnasium als Landesanstalt errichtet werden. Dieses bezweckt eine allgemeine wissenschaftliche Vorbereitung derjenigen, welche sich einem technisch- praktischen Berufe widmen und zu demselben entweder unmittelbar übergehen oder ihre Studien auf einer Fachschule etc. fortsetzen wollen. Der Unterricht, welcher an derselben in 3 Klassen erteilt wird, umfasst Religion, Mathematik und Naturwissenschaften(Physik, Chemie und Natur- geschichte), Geographie und Geschichte, neuere Sprachen(deutsche, französische, englische), die lateinische Sprache, Zeichnen und Gesang.“
Das Realgymnasium sollte eine doppelte Aufgabe ¹⁰) erfüllen: erstens künftige Kaufleute, Fabrikanten, Mechaniker, überhaupt höhere Gewerbtreibende, Pharmaceuten, Berg- und Hüttenbeamte, Baukünstler, Oekonomen, Forstmänner, Militärs bilden; zweitens als Vorbildungsanstalt für solche dienen, die sich später dem Studium der neueren Sprachen und dem der Naturwissenschaften widmen wollen.
Die oberste der 5 Klassen der Realschule wurde dem staatlichen Realgymnasium zugeteilt, sodass dieses 3, jene 4 Klassen umfasste. Beide Anstalten sollten, wenn auch bezüglich des Pa- tronats getrennt, doch in Hinsicht auf den Unterricht ein Ganzes bilden.
Die Anstalt, ¹¹) welche Ostern 1845 mit 6 Klassen eröffnet wurde, erhielt Ostern 1846 ¹²)
eine 7. Klasse und damit ihren vorläufigen Abschluss.(Die Prima hatte später thatsächlich einen zweijährigen Kursus).
⁵) Vergl. das erste Programm des Realgymnasiums von Ostern 1846.
⁴) Die Gründung der städtischen Vorbereitungsschule fällt in das Jahr 1843, als auf Antrag des damaligen Schulreferenten Dr. Seebode die Herzogliche Landesregierung eine Gliederung der Elementarschulen in 3 Abtei- lungen verfügte, nämlich 1) in gewöhnliche Elementarschulen; 2) in Elementarschulen mit ausgedehnterem Unterrichte in Naturkunde, Erdbeschreibung und Geschichte, in Zeichnen und Geometrie, in französischer Sprache(fucultativ), also die sog. Mittelschulen; 3) eine Vorbereitungsschule für das Pädagogium und die Realschule für Knaben vom 6. bis 10. Lebensjahre. Ausser den Elementar-Fächern sollten in ihr auch Französisch und Zeichnen gelehrt werden.
Die Vorbereitungsschule wurde zunächst in dem Schirmer'schen Hinterhause(Bahnhofstrasse), dann in dem Münzgebäude am Luisenplatze, hierauf in dem jetzigen zweiten Pfarrhause am Marktplatz, dann in dem Acciseamt- haus in der Neugasse untergebracht. Bei der Gründung der höheren Bürgerschule wurde sie mit dieser verbunden und 1859 der Leitung des Rektors dieser Anstalt unterstellt. Bis dahin war sie der städtischen Schuldeputation untergeordnet gewesen. Sie verblieb jedoch einstweilen noch in ihrem seitherigen Lokale bis zu ihrer Ubersiedelung in das Gebäude der höheren Bürgerschule, 1868.
¹⁰) Siehe darüber den Wortlaut des Ges, abgedruckt im Programme des Realgymnasiums von Ostern 1870.
1¹¹) Erster Direktor war der Schulrat J. H. T. Müller, vorher Direktor des Realgymnasiums zu Gotha.
1²) Damals zählte die Gesamtanstalt in 7 Klassen 130 Schüler,


