Aufsatz 
Das Johannesevangelium, eine Ergänzung des Lukasevangeliums. Exegetische Studie
Entstehung
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Reflexionen anfügen, weil er nicht weiß, ob diese Gedanken damals in Wirklichkeit wirksam waren. Anders ist es bei Johannes. Indem er das erzählt, was er selbst gesehen und gehört hat, wird er lebhaft in die Zeit des ersten Ge- schehens zurückversetzt und es erheben sich in ihm die Erinnerungen an die Gedanken, welche damals ihn und seine Umgebung durchzogen haben. Wenn er also Reflexionen gibt, so tragen dieselben einen objektiven Charakter. Diese Verschiedenheit zwischen Lukas und Johannes ist eine naturgemäße und ihr Fehlen würde als ein Mangel empfun- den werden.'

6. Es ergibt sich danach als Lebensgang des Herrn Jesus nach der Darstellung des Lukas und Johannes folgendes:

Johannes beginnt wie das Lukasevangelium mit der Vorgeschichte des Herrn, die er nur ergänzt durch einen noch weiteren Ausblick entsprechend der apostolischen Lehre von Jesus(1, 113). Über die Luk. 2 berichtete Geburts- und Jugendgeschichte geht Johannes kurz hinweg, fügt der- selben nur einige Reflexionen bei, die auf derselben Linie liegen, wie die bei Lukas erzählten Geschichten.

Joh. 1, 1928 spricht der Verfasser wie Lukas von Johannes dem Täufer, gibt aber keine neuen Daten über den Täufer, sondern stellt nur das Luk. 3, 1518 Erzählte richtig. Joh. 1, 29ff ergänzt Johannes den Bericht des Lukas über die Aufgabe des Herrn Jesus und stellt 1, 32ff fest, daß bei der Taufe des Herrn nur dem Täufer selbst eine Offenbarung zu teil wurde. Während nun Tukas den Herrn Jesus direkt nach Galiläa ziehen läßt(Luk. 4, 14), berichtet Johannes 1, 3552, wie Jesus, den göttlichen Ge- setzen der Entwicklung folgend, sich seine ersten Jünger aus dem Kreise der frommen Johannesjünger erwählte. Joh. 2,1 ff ist dann der Herr auf dem Wege nach Galiläa in voller Übereinstimmung mit Lukas(4, 14). Dabei schaltet aber Johannes den Bericht über die Hochzeit zu Cana ein und bemerkt berichtigend, daß dort das erste Wunder durch

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