Aufsatz 
Das Johannesevangelium, eine Ergänzung des Lukasevangeliums. Exegetische Studie
Entstehung
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Zur Ergänzung war nur das Evangelium des Lukas geeignet, da dieser Evangelist auf Grund wissenschaftlicher Forschung eine chronologische Darstellung des Lebens des Herrn bietet. Wir sagen, es war eine göttliche Führung, welche den Apostel Johannes nach Ephesus brachte, wo das Lukasevangelium als Quelle für die Kenntnis des Lebens des Herrn Jesus hochgehalten wurde. Zuerst mündlich und dann schriftlich mußte hier der Apostel die so nötigen Er- gänzungen geben.

2. Es ist undenkbar, dal Lukas das Evangelium des Johannes vor sich hatte und darum in dem Gang der Er- eignisse so auffallend mit Johannes übereinstimmt; denn dann hätte Lukas die Geschichte des Herrn von 5, 17 an nicht als scheinbar allein in Galiläa verlaufend schildern können. Er hätte dann bestimmt den öftern Aufenthalt des Herrn in Jerusalem berichten müssen.

3. Die Darstellung des Evangelisten Johannes steht in keinem Punkte in Widerspruch zu der Darstellung des Evangelisten Lukas. Die Wunder, welche Johannes berichtet, unterscheiden sich in nichts von den bei Lukas berichteten. Das Wunder bei der Hochzeit zu Cana zeigt den Herrn Jesus als den Herrn über die Natur. Als solcher erscheint er auch bei Lukas. Joh. 2,23 gibt wie Luk. 4, 40 allgemeinen Bericht über Wunder, welche der Herr verrichtete. Joh. 4, 47ff heilt Jesus ebenso aus der Ferne, wie bei Lukas. Die Heilung Joh. 5, 8 entspricht so mancher von Lukas berichteten Heilung, welche durch das bloße Wort des Herrn erfolgte. Die Speisung der Menge und das Gehen auf dem Wasser (Joh. 6, 11 und 18) kennt auch Lukas. Die Heilung. des Blinden Joh. 9, 6. 7, die keine unmittelbare ist, findet ihre Parallele Luk. 17, 11. Die Auferweckung des Lazarus (Joh. 11, 43. 44) zeigt dieselbe den Tod überwindende Kraft des Herrn wie die Erzählung bei Lukas(7, 14.15 und 8, 54. 55). Johannes aber hat keine Veranlassung noch mehrere Einzeltaten des Herrn Jesus zu erzählen, da Lukas dies bereits getan hat. Doch beruft sich der Herr in seinen Reden an das Volk, auch bei Johannes, vielfach auf seine

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