Aufsatz 
Das Johannesevangelium, eine Ergänzung des Lukasevangeliums. Exegetische Studie
Entstehung
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IN

Lukas, der doch nach Luk. 10, 3842 das Haus in Bethanien kennt, nichts von dieser Geschichte erzählt. Aber seine Quellen stammen offenbar zum größten Teil von Judenchristen aus Galiläa und diese Quellen beschäftigen sich mit Jerusalem nur als mit dem Orte, an welchem der Herr litt und starb. Die so anschauliche Erzählung wird von den vorliegenden Umständen geradezu gefordert und erweist dadurch ihre geschichtliche Zuverläßigkeit.

I) Joh. 12, 38, die Salbung durch Maria, hat wohl auch Matth. 26, 613 und Mark. 14, 39, aber Lukas hat sie nicht berichte. Man könnte also von dieser einzigen Ergänzung sagen, daß sie ein Gemeingut der Christenheit war. Würde dies dem Apostel Johannes be- kannt gewesen sein, so hätte er die Geschichte sicher darum erzählt, um es richtig zu stellen, daß die Salbung im Hause des Lazarus und nicht des Simon stattfand.

m) Die Kapitel 1417 sind einzigartige Erinnerungen des Apostels. Kein Gedanken ist darin enthalten, welcher dem, was Lukas von dem Herrn Jesus berichtete, in irgend einer Weise widerspräche. Die Gedanken passen alle in den Ernst des letzten Abends. Die Gedanken sind so groß und so tief, daß sie schlechterdings nicht von einem Menschen erfundene Worte sein können.

n) Die originellen Ergänzungen in der Leidensgeschichte sind oben im Einzelnen aufgeführt.

Als Ergebnis steht fest, daß der Evangelist nirgends fremde Berichte als Ergänzung bietet(über 5, 1 ff, vgl. das unter g gesagte), sondern einzig seine persönlichen Erin- nerungen und zwar fügt er sie da ein, wo dieselben die Darstellung des Lukas ergänzen oder richtigstellen. Diese srinnerungen durften nicht verloren gehen, sie durften auch nicht allein durch seine mündliche Predigt der Christenheit mitgeteilt werden, sie waren so wichtig für ein richtiges Lebensbild des Herrn, daß sie schriftlich. festgehalten und der Christenheit für alle Zeiten ungetrübt zugänglich sein ‚mußten,.