Aufsatz 
Das Johannesevangelium, eine Ergänzung des Lukasevangeliums. Exegetische Studie
Entstehung
Einzelbild herunterladen

vv.10 2

Markus kümmert sich um die Geburts- ‚und Kindheits- ‚geschichte des Herrn Jesus nicht. Petrus war kein Augen- zeuge dieser Ereignisse. Hätte Johannes den Markus er- gänzen wollen, so hätte er ausführlicher als es bei ihm ‚geschah, gerade diese Zeit in seinem Evangelium schildern müssen,;

So bleibt denn nur die von uns aufgestellte Behauptung übrig, daß die Anlehnung erfolgte, indem. derApostel ‚Johannes das in Ephesus bekanute Evangelium des Lukas sich vorlegte und dasselbe aus seinen persönlichen Erinne- rungen ergänzte, zum Teil auch richtig stellte. Den Nach- weis hiefür soll das Folgende bringen.

2. Die Vorgeschichte des Herrn Jesus.

Das Lukasevangelium bietet in seinem ersten Kapitel ‚nach einer kurzen Bemerkung des Verfassers über seine wissenschaftliche Treue bei Abfassung seines Werkes(V. 1-4) ‚die Geschichte der von Gott geleiteten Geburt des Täufers ‚und des Herrn Jesus.(V. 580.)

Aus dem Berichteten ergibt sich die auch aus andern geschichtlichen Quellen feststehende Tatsache, daß unter den Frommen des Volkes Israel die Hoffnung auf einen Messias lebendig und allseitig vorhanden war. Der Grund dieser Hoffnung liegt aber, auch nach den Worten des Zacharias (1, 70), des Engels(1, 32 33) und der Maria(1, 55) nicht in einer menschlichen Einbildung, sondern sie gründet sich auf die von Gott seit Jahrhunderten seinen Propheten gegebenen Verheissungen des Messias.

Es steht sonach geschichtlich fest, daß der Gedanke an Jesus schon vorhanden war, ehe Jesus auf Erden erschien und zwar lebte er in dem Bewußtsein der Juden. In das Bewußtsein der Juden aber ist er gekommen durch ihre Propheten und diese sind zu dem Bewußtsein gekommen durch die ihnen gegebene göttliche Offenbarung. Dies spricht indirekt der Evangelist Lukas in seinem ersten Kapitel aus,