Aufsatz 
Das Verhältnis des Codex Weilburgensis No. 3 der Etymologiae des Isidorus Hispalensis zu den Bernenses 101, 224, 36 und 291
Entstehung
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§ 81. O. et viscum vocant, W. d' uis cumuocant, 224 d' uisum uocant, dazwischen etwa d' uiscum uocant.

§ 102. 0. gignendae sobolis, W.i gignendis*) ubolis, 224 gignendi subolis, da- zwischen vielleicht gignendisubolis.

Aus XII, 1:

§ 8. O. armenta equorum et boum, W. armenta] equorum d bouum, 224 armen- tae quorum d bouum, dazwischen vielleicht armentaequorum d bouum.

Dazu kommt, dass die Vorlage von 224 mehr Abkürzungen enthalten zu haben scheint als W, so dass Verwechselungen von quod und quia, prae und pro leicht vor- kommen konnten, wie dies z. B. XI, 1, 36. 42. 52 geschehen ist.

Zum Schluss bringe ich noch eine Reihe von Stellen, welche uns lehren, dass nicht alles, was in 224 steht, aus Wstammen kann.

Aus XI, I:

§ 57. O. toæillas, vulg. tusillas, W. situs illas, 224 tusillas.

§ 76. O. uvida humore, W. humida humore, 224 duida humore.

§ 101. O. caro, ne prementis, Wi coronae prementis, 224 caro, ne prementis.

§ 110. O. suras, Wi cruras, Wa corr. talos, 224 suras.

Aus XI, 2:

§ 23. O. Quae vero nunc, W. quae uiro nunc, 224 uero nunc.

§ 25. O. senemque, W. semen. quæ, 224 senemg:

Aus XII, 2:

§ 20. O. ille 1⁰zοg, iste lyncis, W. ille licos, stelinces, 224 ille licos, iste linces.

Fasse ich diese Beobachtungen alle zusammen, so ergiebt sich für mich etwa fol- gendes Bild von dem Hergange bei der Entstehung des Bern. 224.

Der Schreiber dieser Handschrift benutzte eine Vorlage, die aus W abgeschrieben war und denselben ziemlich treu wiedergab. Daneben ge- brauchte er aber zur Ergänzung und Verbesserung mindestens noch eine zweite Handschrift, die von WMunabhängig war. So erklärt es sich, dass neben der zum Teil geradezu wunderbaren Übereinstimmung zwischen MW und 224 sich doch auch ziemlich erhebliche Abweichungen finden, dass namentlich auch 224 vollständiger ist, insofern er ausser Buch XIXX auch noch die ersten 10 Bücher der Etymologiae um- fasst. UÜbrigens war die von ihm benutzte Abschrift des Weilburgensis bereits zu einer Zaeit hergestellt, als die Zusätze und Verbesserungen der zweiten Hand noch nicht einge- tragen waren, denn sonst würden wir beispielsweise in XI, 1, 59**) kaum das fehlerhafte hanc an Stelle des richtigen ac finden.

Uber die Entstehung der Bern. 101, 36 und 291 und ihre Abhängigkeit von W kann ich ausser dem oben gesagten nichts genaueres anführen, da ich bei der Kürze meines Aufenthaltes in Bern dieselben weniger genau geprüft habe, als 224, den ich längere Zeit hindurch in den Räumen unserer Gymnasialbibliothek benutzen durfte. Indessen glaube ich so viel behaupten zu können, dass sie ebenso wie 224 wahrscheinlich in demselben Kloster entstanden sind, welchem ehemals. unser Weilburgensis oder wenigstens die von 224 benutzte Abschrift des- selben angehörte. Welches dieses gewesen ist, lässt sich mit Sicherheit nicht er-

*) Der Strich] bezeichnet das Ende einer Zeile.**) Siche oben Seite 6.