Aufsatz 
Isidor. Hispal. Etymol. XIII, 13 (de diuersitate aquarum) als Handhabe zur Beurteilung von Isidorus-Handschriften / von Richard Gropius
Entstehung
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Die Bernenses ferner bilden wieder eine Gruppe für ſich, wie ſich dies in sardinea§ 10, in uocare§ 7 zeigt, und ſind dabei dem Weilb. verwandt, mit dem namentlich 224 vielfach über⸗ einſtimmt, wie in fafillas und celoanium§ 8, oris für horis§ 9, annum für anno§ 8.

Die Basileenses haben beide allein die Umſtellung alter obliuionem alter memoriam§ 3, Bas. II. und Gu. I. allein morborum curam für curam morborum§ 1.

ciborum für uirorum§ 4 und erga für circa§ 8 finden wir nur im Mon. B. ſeibo- rum m. 1; m. 2 richtig uirorum] und Sang. 237 lalibi uirorum ciborum], die auch durch totius, beziehungsweiſe potius für totiens§ 9 und durch poscidamum§ 7 einander näher ge⸗ rückt werden.

Cizius für Cyzici§ 3 verbindet den Gu. 2 und Eins. mit Sang. 232 und 236. Daſſelbe thut nimiisque für minimisque§ 11 und ebenſo restringit für stringit§ 8, welches ſich übrigens als nachträglicher Zuſatz auch im Stuttg. und Bas. I vorfindet.

Genug, wir ſehen, daß einzelne Handſchriften enger, andere weitläuftiger mit einander ver⸗ wandt ſind. Ehe wir nun aber verſuchen, daraus Schlüſſe zu ziehen in Bezug auf ihren Wert, iſt es nötig, eine Reihe von Lesarten etwas genauer auf ihre Richtigkeit hin zu prüfen.

§ 3 hat Stuttg. neben Arev. allein dicunt, ebenſo§ 6; auch ferunt und, irre ich nicht, aiunt§ 10 findet ſich außer bei Arev. nur dort. Alle dieſe Verba ſind, wie Sadée p. 22 nachgewieſen hat, Zuſätze eines Abſchreibers; denn Isidor ſchrieb häufig Notizen in derſelben Form aus, wie er ſie in ſeiner Quelle fand, ohne darauf zu achten, ob er einen ganzen Satz oder nur einen Satzteil in ſeine Aufzeichnungen hinübernahm, und ohne ſich um die Einfügung in die grammatiſche Konſtruktion zu belümmern. Danach iſt an den angegebenen Stellen der Acc. c. inf. ohne regierendes Verbum als die richtige Lesart zu betrachten und der codex Stuttgartensis als ein interpolatus. Danach iſt auch§ 7 nicht nocatur das urſprüngliche, ſondern uocari, und die Sang. 232. 233. 235. 236 erſcheinen ebenfalls als interpolati.

Auch Chio§ 3 iſt Interpolation; das Richtige iſt Cio, die von einem Abſchreiber nicht verſtandene Nebenform für Cea[vergl. Sadée p. 22]; ebenſo iſt fiunt willkürlich für fiant geſetzt.

§ 4 ſteht in den Handſchriften teils der Gen. Aethiopide, teils der Abl. Aethiopia. Beide Lesarten ſind falſch, denn Isidor ſchrieb In Aethiopia e fonte rubro[vergl. Sadée p. 25], aber die Spur des Richtigen hat ſich in dem nur auf falſcher Worttrennung beruhenden Aethio- piae erhalten.

§ 6 ſcheint Reatinis paludis aquis dem Richtigen am nächſten zu kommen. Vielleicht war paludis aquis zur Erklärung von paludibus an den Rand geſetzt und geriet dann durch ein Verſehen des Abſchreibenden in den Text, ſei es ſchon den des Plinius oder erſt den des Isidorus. Vergl. übrigens Sadée p. 22. Anmerkung.

Große Verderbnis zeigt§ 7, deſſen zweiter Satz ſich ohne die Auffindung neuer Hilfs⸗ mittel kaum mit Sicherheit herſtellen laſſen wird, ſo daß man bis auf weiteres genötigt ſein wird, wie Arev. und Otto in gutem Glauben die Worte des Pliniusin Africae lacu Apuscidamo auch dem Isidorus beizulegen. Dann ſpricht das s in poscidamum für den Wert des Mon. B. und Sang. 237.

Dieſelben Handſchriften haben§ 8 erga für circa, faſt möchte es mir ſcheinen, als habe Isidorus dies wirklich geſchrieben; die Quelle[Solin.] bietet keinen Anhalt, aber erga in der vor⸗ und nachklaſſiſchen Bedeutunggegenüber paßt ſehr gut in den Zuſammenhang und konnte wegen ſeiner ſeltenen Anwendung leicht durch das gewöhnlichere circa verdrängt werden.