Aufsatz 
Isidor. Hispal. Etymol. XIII, 13 (de diuersitate aquarum) als Handhabe zur Beurteilung von Isidorus-Handschriften / von Richard Gropius
Entstehung
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Für Marsyqe ſchrieb vielleicht ſchon Isidorus Marsidae[vergl. Sadée p. 29], jedenfalls macht die Lesart Marside einen urſprünglicheren Eindruck als Marsida, Maride oder Masside; namentlich weiſt Marsida[Bern. 36. Sang. 233. 235] auf ein Beſtreben, die Vorlage zu verbeſſern.

In demſelben Satz findet ſich gerit, geret, egerit und generat neben einander. Die Quelle und der Gedankenzuſammenhang ſprechen für egerit, welches nur in den Freiburger Frag⸗ menten wirklich ſteht lvergl. Sadée p. 29 sq.]; am nächſten ſtehen gerit und das durch die häufige Verwechſelung von e und i entſtandene geret. Erſt dann kommt die Interpolation generat.

Achaia§ 7, wo nicht gar Achia[Mon. B. m. 1. Gu. 2. mw. 1. Stuttg. m. 1.] iſt für Isidorus das Richtige anſtatt Arcadia bei Plinius. Denn auch in Handſchriften des Plinius ſteht an dieſer Stelle Achaia anſtatt Arcadia. Der cod. Voss. Leid. 61 hat ſogar achia.

Ob Isidorus§ 8 Gelonium oder Celonium geſchrieben hat, iſt ungewiß. Brug. bietet Gelonium, aber auch die codices AP des Solinus haben Celonium. Vergl. Sadée p. 19.

Restringit in demſelben Paragraphen ſcheint Interpolation für stringit.

Ob ſchon Isidorus ſelbſt puluerentum für puluerulentum geſchrieben hat oder erſt einer ſeiner Abſchreiber, läßt ſich nicht leicht entſcheiden. Die Übereinſtimmung von Mon. A. m. 1. Gu. 2. W. Bern. 224. Sang. 237. Eins. m. 1. Brug., d. h. Handſchriften, die ſonſt zum Teil weit auseinandergehen, deutet auf eine ziemlich frühe Entſtehung dieſer Lesart.

Daß Trogoditis oder Trogodnytis, nicht Troglodytis§ 9 das Richtige ſei, zeigt die Quelle.

Ercalescit für excandescit§ 11 möchte ich, obwohl mir die Quelle unbekannt iſt, für Interpolation anſehen, ebenſo nimiisçue, das mir den Eindruck macht, als ob man ſich bemüht habe, dadurch das durch Verleſen oder Verſchreiben an die Stelle des richtigen minimisque ge⸗ ratene, nicht recht paſſende mirisque zu verbeſſern.

Ganz zweifelhaft bleibt es, ob§ 3 afert oder aufert oder vielleicht gar afferat von Isidorus geſchrieben ſei: nur eine ausgiebigere Vergleichung von Pliniushandſchriften dürfte darüber genügenden Aufſchluß geben.

Noch weniger läßt ſich entſcheiden, wie bei Isidorus der Name der§ 5 erwähnten arka⸗ diſchen Quelle gelautet hat, ob Linus, wie bei Plinius, oder Lethnus und dergl., wie die Hand⸗ ſchriften des Isidorus haben.

Soviel wird genügen, um als Grundlage für eine Beurteilung der vorhandenen Iſidorus⸗ handſchriften zu dienen. Zunächſt ſehen wir daraus, daß es auch hier an Interpolationen nicht fehlt. Namentlich tritt uns in dieſer Beziehung ein codex interpolatus entgegen, dem wir die Lesarten Cizius, restringit, nimiisque verdanken; ihm entſtammen Gu. 2, Eins. 167[und damit wahrſcheinlich Eins. 360, der nach einer mündlichen Mitteilung des Bibliothekars, P. Gabriel Meier, eine Abſchrift von jenem iſt], ferner die Zuſätze der m. 2 im Stuttg. und die beiden Sang. 232 und 236, die entweder beide aus einer gemeinſamen, mehrfach von Gu. 2 und Eins. 167 abweichenden Vorlage herrühren, oder ſo zuſammenhängen, daß 236 die Quelle von 232 iſt.

Ferner ſcheinen interpolationsverdächtig die beiden zuſammengehörigen Sang. 233 und 235 wegen uocatur für uocari und chio für cio, dann Brug. wegen est qui ter in die(§ 9) und fert aqua(§ 11), vor allem Skuttg. wegen der Zuſätze dicunt, ferunt u. ähnl.

Gu. I und die beiden Basileenses verlieren an Wert durch die willkürlichen Umſtellungen, deren ſich ihre Schreiber ſchuldig gemacht haben, und ſo bleiben von den genannten Handſchriften außer den Freiburger Fragmenten für die Kritik ſtreng genommen nur die beiden Monacenses, der Sang. 237, der Weilburgensis und die Berner Handſchriften übrig.