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Ordre vom 18. Februar 1884 zu verleihen geruht hatten. Einen schönen Abschluss fand die Feier durch ein Abendfest in der Turnhalle, das frühere Schüler des Herrn Professors Stoll veranstaltet hatten, um bei dieser Gelegenheit durch sinnig ausgewählte Geschenke (Abgüsse von Antiken), sowie durch Trinksprüche ihren Gefühlen gegen den allbeliebten Lehrer Ausdruck zu geben.
Das neue Schuljahr nahm den 22. April seinen Anfang, nachdem am Tage vorher Jie Aufnahmeprüfung stattgefunden hatte. Bei der Eröffnung wurde der in die 2. Ober- lehrerstelle von Marburg hierher berufene Herr Dr. Phil. Braun*) den Schülern vorge- stellt, ebenso auch der Kandidat des h. Schulamts K. Vogel,**) der dem Gymnasium zur Ableistung seines Probejahrs überwiesen worden war.
In die erste Oberlehrerstelle rückte vom 1. April 1884 Herr Leyendecker, in die 3. Herr Gymnasiallehrer Gropius vor, die Gymnasiallehrer Woell, Dr. Müller und Dr. Primer ascendierten um je eine Stelle.
Den 21. Mai fiel der Unterricht mit Genehmigung des Königlichen Provinzial- Schulkollegiums aus, weil die meisten Lehrer der 10. Generalversammlung des Vereins von Lebrern an den höheren Unterrichtsanstalten der Provinz Hessen-Nassau und des Fürstentums Waldeck in Diez beiwohnten.
Die Pfingstferien dauerten vom 31. Mai bis zum 8. Juni.
Der 12. Juni war frei wegen des Frohnleichnamfestes.
Vom 24. bis 28. Juni fand die schriftliche Prüfung der Abiturienten, am 7. Juli die mündliche unter Vorsitz des Herrn Provinzial-Schulraths Dr. Lahmeyer statt. Drei Schüler erhielten das Zeugnis der Reife; sie wurden den 30. Jauli vor versammelten Klassen in der Aula entlassen.
Den 11. August kamen in einem Schülerconcerte„die Perser des Aeschylus“ zur Aufführung. Der Komponist, Se. Hoheit der Erbprinz Bernhard von Sachsen- Meiningen hatte die Gewogenbeit, die Partitur, den Klavierauszug und die Singstim- men dem Gymnasium zum Geschenke zu machen. Die Chorgesänge wurden durch einen Vortrag des Primaners Kraemer über die Bedeutung und den Inhalt der Perser eingeleitet
*) Philipp Braun, geboren am 24. Dezember 1844 in Fulda, Sohn des verstorbenen Ober- sekretärs Braun, evangelischer Konfession, besuchte das Gymnasium seiner Vaterstadt und wurde Ostern 1863 mit dem Zeugnis der Reife entlassen. Nachdem er die Universitäten Göttingen, München und Mar- burg besucht und am 5. August 1867 das Examen in der klassischen Philologie und Geschichte vor der wissenschaftlichen Prüfungskommission zu Marburg bestanden hatte, wurde er zur Ableistung des Probejahres dem Gymnasium zu Fulda überwiesen; gleichzeitig war er mit der Versehung einer Lehrerstelle betraut, bis er durch Verfügung vom 5. April 1869 zum sechsten ordentlichen Lehrer am Gymnasium zu Fulda er- nannt wurde. Am 12. Mai 1869 wurde ihm von der philosophischen Fakultät zu Marburg die philosophische Doktorwürde auf Grund einer Dissertation: Observationes criticae et exegeticae in C. Valerii Flacci Argo- nautica zuerkannt. Herbst 1875 wurde er an das Gymnasium zu Marburg versetzt, Herbst 1878 zum Ober- lehrer an jener Anstalt befördert und Ostern 1884 in gleicher Eigenschaft an das Gymnasium in Weilburg versetzt.
**) Karl Vogel, evangelischer Konfession, geboren am 9. Juni 1859 zu Weilburg, besuchte von Ostern 1869 bis Herbst 1877 das Gymnasium seiner Vaterstadt und bezog hierauf die Universität Marburg, dann Berlin und wiederum Marburg, um sich dem Studium der klassischen Philologie und Geschichte zu widmen. Im Februar 1883 bestand er das examen pro facultate docendi. Vom 1. April 1883 bis 1. April 1884 genügte er seiner Dienstpflicht als Einjährig-Freiwilliger in Wiesbaden und trat mit Beginn des neuen Schuljahres das Probejahr an dem hiesigen Gymnasium an.


