raturgeschichte. Nach kurzem Ueberblick der älteren Zeit, eingehender von Haller bis zu Schillers Tode. Inhaltsangabe und Proben aus den bedeutendsten Werken aus dieser Zeit. Vielfache Declamationsübungen; freie Vorträge über literarhistorische Themata.— Uebungen im Disponiren. Monatlich ein deutscher Aufsatz.*) Ebenau. Lateinische Sprache, 3 St. wöchentlich. Wiederholung der wichtigsten grammatischen Regeln und Einübung derselben durch häusliche und Schulexercitien nach dem Uebungsbuch von Spiess und nach Dictaten. Aus dem Latei- nischen ins Deutsche wurde übersetzt Sallusti Catilina, ferner Livius des ersten Buches 21 erste Kapitel. Aus Verg. Aeneis II, 1—670. Bellinger. Französische Sprache, 4 St. wöchentlich. Gelesen wurde Mademoiselle de la Seiglière von Sandeau, Cinna von Corneille und Athalie von Racine. In dem zweiten Cursus der Grammatik von Plötz wurden die Lectionen 58— 78 durchgenommen. Exercitien nach Frän- kel's Anthologie und Plötz' Uebungen zur Syntax. Unverzagt. Englische Sprache, 3 St. wöchentlich. Nach Crüger's zweitem Cursus wurde die Formenlehre repetirt und ein Theil der Syntax
*) Themata zu den deutschen Aufsätzen.
1. Verschiebe nicht auf morgen, was du heute thun kannst. 2. Dein Schicksal ruht in deiner eignen Brust. 3. Character. v. Thibaut d'Arce nach Schiller's Jungfrau von Orléans. 4. Die wahre Vaterlandsliebe oder ubi bene ibi patria? 5. Warum ist es gut mit sich selbst unzufrieden zu sein? 6. Man kann es unmöglich Allen recht machen. (Klassenarbeit.) 7. Welchen Nutzen gewährt das Studium der Naturwissenschaften. 8. Das Glück eine Klippe, das Unglück eine Schule. 9. Jeder ist seines Glückes Schmied. 10. Nathan der Weise. 11. Welche Vorzüge scheinen die Thiere vor dem Menschen zu haben?(Klassenarbeit.) 12. Werth der Zeit. 13. Trinke bei des Lebens Feste— ein paar Mal und dann geh hinaus!— Das sind un- bescheidene Gäste,— die da fordern ewigen Schmaus. 14. Der Winter von seiner Licht- und Schattenseite. 15. Wodurch unterscheidet sich der wahre Freund von dem Schmeichler.(Klassenarbeit.)
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durchgenommen; in den Exercitien wurde darauf Bedacht genommen, dass die gelernten Regeln vielfach in Anwendung gebracht werden mussten; gelesen 1) Abhandlungen und Reden, und Vermischtes aus Lüdecking's zweitem Theil, 2) die 3 ersten Acte von Shake- speare's König Richard II.; endlich wurde auch
wurden:
in dieser Classe eine Anzahl von englischen Ge- dichten auswendig gelernt. Greiss. Religion, 2 St. wöchentlich.
a. Protestanten: Bibelkunde, Inhalt und Zusammenhang, Entstehung und Geschichte der Schriften des alt- und neutestamentlichen Ka-
Lectüre und Erklärung ausgewählter Ab- schnitte, namentlich aus den Evangelien. Voigt. b. Katholiken: Die katholische Glaubenslehre bis zu der Lehre von den Sacramenten.
Tripp.
nons,
Geschichte, 3 St. wöchentlich.
Ia. Nach P ü bz's Die neuere Geschichte von der französischen Revolution an; kurze Repetition der alten, mittleren und neuen Geschichte. Geographische Repetitionen.
Bellinger.
Ib. Nach kurzer Wiederholung des Mittel- alters neuere Geschichte bis zum Ausbruch der französischen Revolution nach Pütz Grundriss. Geographische Repetitionen.
Grundriss.
Schmidt. Mathematik, 5 St. wöchentlich.
Ib. Im Sommer: Die Lehre von den Kegel- schnitten nach analytischer Methode.
Im Winter: Beendigung der Lehre von den Kegelschnitten, die Grundzüge der analytischen Geometrie des Raums, die Theorie der höheren Gleichungen.
Ia. Differentialrechnung und deren Anwendungen bei analytischen und geome- trischen Untersuchungen.
Im Winter: Herleitung und Einübung der wichtigeren Integralformeln und Anwendung derselben zur Quadratur, Rectification, Cubatur und Complanation räumlicher Gebilde. Zwei Stunden wurden wöchentlich zur Repetition der früher durchgenommenen Abschnitte und zur
Lösung von Aufgaben benutat. Unverzaagt.
6*
Im Sommer:


