Darstellende Geometrie, 2 St. wöchentlich. Im Sommer die Lehren der linearen Perspec- tive. Im Winter die Projection der Schnitt- linien krummer Flächen mit ebenen und ge- krümmten Flächen. Unverzagt. Naturgeschichte, 2 St. wöchentlich.
Ia. Im Sommer: Die Metalle, Metalloide und deren Verbindungen mit Schwefel, Antimon und Arsenik.
Im Winter: Gesteinslehre.
Ib. Die Oxyde, die Verbindungen von der Formel RO. SiOz u. Ra Oa. Si. O2. Die Feldspathe, Zeolithe, die phosphorsauren, borsauren, arsen- sauren und kohlensauren Salze.
Henrich. Physik, 2 St. wöchentlich.
Die Lehre von der Wärme; dabei wurden auch die verschiedenen Dampfmaschinen, die calo- rischen Maschinen und die Gasmaschinen durch- genommen.
Greiss. Mechanik, 2 St. wöchentlich.
Ia. Hydrostatik, Hydrodynamik, Aörostatik. Aerodynamik, die Lehre von den vorzüglichsten hydraulischen Umtriebsmaschinen, die Gebläse, Schornsteine und Windräder.
Lb. Pendelbewegung, Bewegungshindernisse. mechanische Arbeit, Trägheitsmomente, Nutz- effectsberechnungen und aus der Maschinenlehre das Capitel von den Zwischenmaschinen.
Greiss. 3 St. wöchentlich. Theil. 1 St.
Chemie, a. Theoretischer (Casselmann.) Repetition und Ergänzung der anorganischen
Facultativ.
Chemie.
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b. Practischer Theil. 2 St. obligatorisch, 4 St. facultativ.(Casselmann und Henrich.)
Die Schüler des ersten Jahrescursus wurden zuerst im Gebrauche des Löthrohrs geübt und analysirten hierauf einfache Salze, Schwefelver- bindungen etc. Die Schüler des zweiten Jahres- cursus analysirten zusammengesetztere Verbin- dungen bis zu Legierungen, Mineralien, Schlacken etc. Ein Theil der Analysen wurde schriftlich bearbeitet.
Gleichzeitig damit für die weiter vorange- schrittenen Schüler Analysen und quantitative Proben Blende, Bleiglanz, sowohl auf Blei als auf Silber, Kupfer- kies etc. Quantitative Analysen von Legierungen Bronzen), Kochsalz-
von Braunstein, Eisenerzen,
(Silbermünzen und und Kohlensäurebestimmungen acidimetrische und alkalimetrische Uebungen. Es wurden hierbei sowohl die metallurgischen Proben auf trockenem Wege, als auch die Pro-
ben auf nassem Wege(Titrirmethode) eingeübt.
in Mineralwassern,
Technologie, 2 St. wöchentlich(facultativ). Metallurgie— mit Ausnahme der des Eisens— Fabrikation Stärke und von Zucker— Gährungsgewerbe— Papierfabrication. Casselmann.
von
Freies Zeichnen, 3 St. wöchentlich(facultativ). Ornamentenzeichnen nach Vorlagen und nach Gyps, ausgeführt in Tusch oder Estompe. Situa- tionszeichnen, Kopf- und Landschaftszeichnep. ausgeführt mit Feder oder Sepia. A. de Laspée.
Gesang, 1 St. wöchentlich. Schmitt.
II. Chronik des Realgymnasiums.
Schuljahr 1868 69. Den 17. März: Mündliche Prüfung der Abiturienten unter Vorsitz des Königl. Com-
missarius, Herrn Provinzial-Schulrath Dr. Rumpel.
Von 10 Abiturienten, welche das
schriftliche Examen gemacht hatten, wurden auf Antrag der Prüfungscommission 2 von der mündlichen Prüfung ganz dispensirt und zwei zurückgewiesen; die übrigen haben das Examen
bestanden(siehe Statistische Uebersicht).
Den 22. März. Feier des Geburtstages Sr. Majestät des Königs; die Festrede
hielt Conrector Unverzagt.


