Aufsatz 
Geschichte der Anstalt während der ersten 25 Jahre ihres Bestehens / von Greiss
Entstehung
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wird von unten an mit abnehmender Stundenzahl durch 4 Classen hindurch getrieben, von wo an dasselbe in den arithmetischen Stunden aufgeht. Dabei ist es vorzüglich auf Sicher- heit und Fertigkeit in den Zahlenoperationen, sowie auf richtige und schnelle Auffassung und Behandlung der im gewöhnlichen Leben vorkommenden Aufgaben abgesehen.

Der Vortrag der Geometrie beginnt in der vorletzten Classe, und erstreckt sich durch alle Classen. Beim Abgang aus der Anstalt soll sich der Schüler nicht bloss mit der s. g. Elementar-Planimetrie und-Stereometrie, sondern auch mit der ebenen und sphärischen Trigonometrie, den wichtigeren Eigenschaften der Kegelschnitte, der Lehre von den Central- und Parallel-Projectionen und der Methode der Coordinaten eine gründliche Bekanntschaft erworben haben.

Mit dem Unterricht in der Arithmetik wird erst in der zweituntersten Classe der Anfang gemacht. Am Ende der Schullaufbahn soll der Schüler mit den 7 arithmetischen Grundoperationen, mit der Auflösung sowohl der bestimmten allgemeinen Gleichungen der 3 ersten Grade mit einer und für die 2 niedrigsten Grade auch mit mehreren unbe- kannten Grössen, als auch der numerischen jeden Grades, ferner mit den Elementen der Theorie der Zahlen, mit den wichtigeren Reihen inclusive der Kettenbrüche und mit deren Anwendung auf höhere Zinsrechnung, und endlich mit der auf Wahrscheinlichkeitsaufgaben angewendeten Combinatorik gründlich pekannt sein, auch mit den decadischen und Gaussischen Logarithmen fertig und sicher rechnen können.

Naturwissenschaften. Die Physik, welche gleich Anfangs der Mathematik nicht ganz entbehren kann, beginnt erst in der drittletzten Classe, in welcher dem Schüler die Hauptphänomene des ganzen Gebiets seiner Fassungskraft gemäss vorgeführt werden, damit er erst Etwas wisse, bevor er zu begründen anfängt. Iun den 2 nächsthöheren Classen wird hierauf die Experimentalphysik ausführlicher behandelt, in der obersten aber an einzelnen Zweigen vorzugsweise die Anwendung der Mathematik auf die Physik gelehrt.

Die bereits physikalische Kenntnisse voraussetzende Chemie kann erst eine Stufe später, als die Physik, also frühestens in der viertuntersten Classe eintreten, wo wiederum der Schüler sich zunächst mit den einfachsten wissenschaftlich geordneten Phänomenen bekannt zu machen hat. Nachdem sich derselbe eine hinreichende Bekanntschaft mit den Hauptwahrheiten der anorganischen Chemie erworben hat, treten zu der fortgesetzten Theorie die practischen Uebungen der Schüler im Laboratorium, die diese in den Stand setzen sollen, am Ende des ganzen Cursus, ohne Beihilfe des Lehrers, einen nicht zu complicirten Körper nach richtigen Grundsützen in seine qualitativen Bestandtheile zu zerlegen, und überhaupt die gewöhnlichen chemischen Operationen mit einiger Sicherheit vorzunehmen.

Von der Naturgeschichte wird die Zoologie in den untersten Classen, in den nächsthöheren die Botanik und zuletzt die auf Krystallographie und Chemie basirte Mine- ralogie zu behandeln sein. Mit den beiden letzteren Disciplinen sind Excursionen zu ver- binden. Nach Absolvirung des Cursus soll der Schüler befäühigt sein, mit Hilfe eines wissen-

schaftlichen Handbuchs eine ihm vorgelegte Pflanze und ein solches Mineral wissenschaftlich 3