Aufsatz 
Geschichte der Anstalt während der ersten 25 Jahre ihres Bestehens / von Greiss
Entstehung
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worden war, dass die Programme bloss Schulnachrichten enthalten sollten. Mit Bezug auf das Programm von 1864 war durch Regierungsrescript vom 3. Juli 1863 gestattet worden, dasselbe ohne wissenschaftliche Abhandlung erscheinen zu lassen, da die meisten Lehrer der Anstalt durch anderweitige dienstliche Arbeiten(Betheiligung bei den verschiedenen Staats- prüfungscommissionen, technische Begutachtungen im Auftrage der Behörden, u. S. w.) so sehr in Anspruch genommen waren, dass sie für die Abfassung einer wissenschaftlichen Abhandlung die Zeit nicht finden konnten. Dagegen erliess in demselben Jahre das Real- gymnasium eine von Conrector Unverzagt verfasste Festschrift zur 25 jährigen Jubelfeier des am 21. August 1839 erfolgten Regierungsantritts Seiner Hoheit des Herzogs Adolf zu Nassau, als Begründers der Anstalt, in welcher eine neue Methode zur Untersuchung räumlicher Gebilde mitgetheilt war.

C. Innere Geschichte.

a) Von 1845 bis 1854.

Ueber das von der neuerrichteten Anstalt in den verschiedenen Unterrichtsgegen- ständen zu erreichende Ziel spricht sich der im Programm von 1846 veröffentlichte Lehrplan folgendermassen aus:

³. Sprachen.

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In der deutschen Sprache wird bei der Aufnahme eines Schülers in die unterste Classe vorausgesetzt, dass derselbe im Stande sei, eine kurze und leichte Erzählung ohne auffallendere orthographische und grammatische Verstösse schriftlich wiederzugeben. Beim Abgang aus der obersten Classe aber soll der Schüler im Stande sein, über ein selbst schwierigeres Thema, dessen Stoff er hinlänglich beherrscht, selbstständig einen freien Aufsat⸗ logisch und grammatisch richtig und gut stylisirt zu fertigen, mündlich seine Gedanken im- Zusammenhang und geordnet zu entwickeln, und sich über die Grundzüge der vaterländischen Litteraturgeschichte hinreichend auszuweisen.

Der Unterricht im Lateinischen wird künftig ebenfalls in der untersten Classe beginnen, wo derselbe zugleich zur Befestigung und Fortbildung in der Muttersprache, und zur Begründung einer allgemeinen grammatischen Terminologie benutzt wird. Er geht, wie der deutsche, durch alle Classen hindurch, und hat unter Verzichtleistung auf Versification und auf stylistische Darstellung in dieser Sprache den Schüler dahin zu pringen, dass dieser am Ende seiner Schullaufbahn einen nicht zu schweren römischen Classiker verstehen und richtig in gutes Deutsch übertragen kann.

In der nächst höheren Classe beginnt der französische Unterricht. Beim Abgang

aus der Schule soll der Schüler die Fähigkeit erlangt haben, einen französischen Schrift- steller, wenn er nicht selten vorkommende Wörter und Wendungen enthält, ohne Vor- bereitung sogleich richtig in das Deutsche zu übersetzen, einen französischen Aufsatz gram-