Aufsatz 
Geschichte der Anstalt während der ersten 25 Jahre ihres Bestehens / von Greiss
Entstehung
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bleiben, und die Regierung beschloss daher, das Prägen der Münzen auf die Zeit der Schul- ferien beschränken zu lassen, um dem Realgymnasium die Benutzung seiner früheren Räum- lichkeiten in dem Münzgebäude zu ermöglichen. Das ganze Schullocal erhielt eine vollständige Reparatur, und da indessen die Prima in zwei getrennte Classen als Unter- und Oberprima getheilt worden war, und dadurch ein Lehrzimmer fehlte, so wurde ein grosses, an die Schul- räume unmittelbar anstossendes Zimmer von der Dienstwohnung des Münzmeisters genommen, und der Schule zu ihren Zwecken überwiesen. Am Schlusse der Herbstferien 1863 konnte der Ueberzug der Anstalt aus dem Schützenhofe in das früher von derselben benutzte Local im Münzgebäude bewerkstelligt werden. Indess waren die Räumlichkeiten noch immer ungenügend, und namentlich wurde das Bedürfuiss eines eigenen Zeichensaales, der auch als Aula benutzt werden konnte, immer dringender gefühlt. Nachdem die Land- stände das nöthige Geld bewilligt hatten, wurde zu Ende des Sommers 1864 der Seiten- flügel, in dessen unterem Stock sich bisher schon das chemische Laboratorium und der chemische Lehrsaal befanden, aufgebauet. Durch den Bau wurde für die Anstalt ein geeig- neter grosser Saal gewonnen, der den genannten peiden Zwecken vollkommen entspricht, und da ausserdem noch Raum vorhanden war, so wurde auch ein geräumigerer Lehrsaal für den physikalischen Unterricht hergerichtet. Das bisherige Lehrzimmer für Physik konnte nun anderweit benutzt werden, und auf diese Weise war es möglich, auch ein Conferenz- zimmer, welches bis dahin ebenfalls gefehlt hatte, zu erlangen. Gleichzeitig wurden in dem unteren Stock dieses Seitenflügels die Räume, welche bisher noch dié Münze inne gehabt hatte, der Schule überlassen, und dadurch die Räume für den chemischen Unterricht ent- sprechend erweitert, namentlich der Raum, in welchem die Primaner ihre analytischen Uebungen zu machen haben.

Als nach dem Uebergang Nassau's an Preussen im Jahre 1866 die Münze in Wies- baden aufgehoben wurde, und auch die übrigen Räume im unteren Stock disponibel geworden waren, erhielt das Realgymmasium im Herbst 1867 von denselben so viele zugetheilt, dass ausser einem neuen Lehrzimmer noch eine Pedellenwohnung eingerichtet werden konnte. Der Missstand, dass der Pedell oft weit von der Schule weg wohnte, wurde auf diese Weise beseitigt, und durch das neue Lehrzimmer war es möglich geworden, ein eigenes Zimmer für die naturhistorischen Sammlungen zu gewinmnen, das gleichzeitig für die Lehrer zum Ab- legen ihrer Kleider und zum Aufenthalte vor und zwischen den Lehrstunden dient.

Diese Zusammenstellung zeigt, dass das Realgymnasium fast ein Vierteljahrhundert lang mit so vielen Widerwärtigkeiten mit Bezug auf das Local zu kämpfen hatte, wie wohl selten eine höhere Lehranstalt oder eine Schule überhaupt, und dass es ihm erst in der aller- neuesten Zeit gelungen ist, die seinen Zwecken ausreichend und vollkommen entsprechenden Räume zu erwerben.

b) Schüler.

In den Jahren 1845 1857, in welchen die Schule aus sieben Classen bestand, wurde sie im Durchschnitt jährlich von 156,5 Schülern besucht. Seitdem die Unterclassen abgetrennt