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zur Schule wandern mussten. Die Entfernung beider Localitäten von einander betrug etwa 6 Minuten, die Schüler brauchten aber in der Regel, wie leicht erklärlich ist, 10 und mehr Minuten. Es wurde auf diese Weise die Unterrichtszeit nicht unwesentlich verkürzt. Als zu Ostern 1857 die vier Unterclassen von dem eigentlichen Realgymnasium abgetrennt, und die höhere Bürgerschule als städtische Schulanstalt organisirt wurde, bplieb letztere in dem Besitz des bisherigen Locals, dem Realgymnasium dagegen wurden die bis dahin zu Schul- cbäudes als Local
zwecken bereits benutzt gewesenen Räume im oberen Stock des Min angewiesen. Gleichzeitig wurden in dem unteren Stock in einem Seitenflügel von den Münz- räumen so viele abgetreten, dass in denselben ein chemisches Laboratorium mit den erforder- lichen Räumlichkeiten hergerichtet werden konnte. In dem oberen Stock waren drei Classen- zimmer, ein Lehrzimmer für Physik mit daranstossendem Apparatenzimmer und ein kleines Bureauzimmer für den Director vorhanden. Ein Conferenzzimmer, ein eigener Zeichen- saal, eine Aula gehörten zu den frommen Desiderien. In den ersten Jahren wurde nicht gemünzt, und der Unterricht konnte ungestört ertheilt werden. Als aber in Folge der Münzconvention für Nassau die Nothwendigkeit herantrat, in verhältnissmässig kurzer Zeit eine grosse Menge neuer Münzen zu prägen, mussten, fim dies zu ermöglichen, in der Münze grossartigere Einrichtungen getroffen werden. Statt des bisherigen Pferdegöpels wurde eine Dampfmaschine aufgestellt, bedeutende Walzwerke und Prägmaschinen in Benutzung ge- nommen, und die Münze in ununterbrochenem Betriebe gehalten. Dadurch stellte sich im Herbst 1860 die Unmöglichkeit immer mehr heraus, in den bisherigen Localen in dem Münzgebäude den Classenunterricht fort zu ertheilen, da das Geräusch der beim Prägen der Münzen in Thätigkeit gesetzten Maschinen den mündlichen Vortrag vor allen Classen, und die Erschütterung jedes Zeichnen unmöglich machte. Durch ein Classenzimmer ging sogar der Schornstein des Schmelzofens hindurch. Wurde der letztere geheizt, so stieg in dem Zimmer die Temperatur bis zu einer Höhe, welche für Lehrer und Schüler vollständig un- erträglich war. Es musste daher in aller Eile für die Beschaffung eines neuen einstweiligen Lehrraums gesorgt werden. Herzogliche Landesregierung überwies der Anstalt in dieser Noth den linken Flügel des obersten Stocks im Schützenhof, und gab den rechten Flügel dem Direktor der Anstalt als Dienstwohnung. Da jedoch weder für den chemischen, noch für den physikalischen Unterricht in dem neuen Local die geeigneten Räume beschafft werden konnten, so plieb Nichts übrig, als den Unterricht in beiden Disciplinen noch ferner im Münzgebäude zu ertheilen, eine Einrichtung, die mit pedeutendem Zeitverlust für den Unterricht, sowie mit grossen Schwierigkeiten für die Lectionsvertheilung verbunden war, indem letztere darauf Bedacht nehmen musste, das Hin- und Herwandern der Schüler auf ein Minimum herabzudrücken. Ausserdem hatte das neue Local noch die weiteren Unzu- träglichkeiten, dass es in der geräuschvollsten Strasse der Stadt lag, so dass man selbst in der grössten Sommerhitze nicht die nach der Strasse gehenden Fenster der Lehrzimmer wegen des grossen äusseren Lärms öffnen konnte, ferner dass die Lehrzimmer viel zu niedrig waren, um einen gesunden Aufenthalt der Schüler in denselben zu ermöglichen. Das Realgymnasium konnte unter diesen Uebelständen unmöglich lange in dem Local ver-


