zur Prüfung für die Candidaten der Pharmacie davon abhängig sein, dass sie die fünf unteren Classen eines Gymnasiums oder eine Realschule und die unterste Classe des Real- gymnasiums absolvirt, und sonach die Reife zum Eintritt in die dritte Classe eines Gymna- siums oder die zweite Classe des Realgymnasiums erlangt haben. Von den Candidaten der Forstwissenschaft wird nach§. 12 verlangt, dass sie sich darüber ausweisen, dass sie das Realgymnasium absolvirt, oder die zur Aufnahme in die oberste Classe eines Gymnasiums erforderlichen Kenntnisse(mit Ausschluss der griechischen Sprache) erworben haben. Die- selben Anforderungen werden in§. 13 an die Candidaten der Berg- und Hüttenkunde, und in§. 14 an die Candidaten der Baukunde, und zwar sowohl an die Candidaten des Hoch- baues, als auch an diejenigen des Wasser-, Brücken- und Strassenbaues gestellt.
Eröffnet wurde das Realgymnasium am 10. April 1845, an welchem Tage der regel- mässige Unterricht seinen Anfang nahm.
B. Aceussere Geschichte.
a) Local.
Als Local erhielt das Realgymnasium den oberen Stock des Schulgebäudes auf dem Markte, dieselben Räume, welche bis dahin die städtische Realschule, und früher das Päda- gogium inne gehabt hatten. Es bestand dasselbe aus 6 geräumigen Classenzimmern, einem grossen Saale, und einem kleinen, zur Disposition des Direktors stehenden Bureauzimmer. Dazu kam noch in einem kleinen Nebenbau ein sehr unvollkommen eingerichtetes chemisches Laboratorium und Lehrzimmer für Chemie. Diese Räumlichkeiten reichten indessen bald nicht mehr aus. Als die Anzahl der Classen auf sieben stieg, fehlte ein Classenzimmer, und ausserdem war kein eigenes Lehrzimmer für den physikalischen Unterricht, in welchem auch die Schränke mit den Apparaten untergebracht werden konnten, vorhanden, und auch kein Zimmer zur Aufbewahrung der Bibliothek. Es wurde daher der dritte Theil des Saales durch eine doppelte Bretterwand abgeschlagen, und der dadurch gewonnene Raum nochmals getheilt. Was von dem Saale übrig blieb, wurde nicht nur bei Schulfeierlichkeiten benutzt, sondern musste gleichzeitig noch als Lehrsaal für Physik dienen. Nachdem auf diese Weise für die Beschaffung der allernothwendigsten Räume Fürsorge getroffen war, erhob sich als- bald eine neue Schwierigkeit. Im Schuljahr 1847,/48 stieg die Anzahl der Schüler in Quarta- auf 40, und bei dem beschränkten Raum des Laboratoriums war es unmöglich, so viele Schüler gleichzeitig zu unterrichten. Es musste demnach die Quarta für den Unterricht in der Chemie in zwei Hälften getheilt werden. Da diese Einrichtung indess auf die Dauer unmög- lich so bleiben konnte, und überhaupt das bisherige Laboratorium keineswegs seinem Zwecke entsprach, so wurde in dem Schützenhofe, einem durch Kauf an die Domäne übergegangenen grossen früheren Gast- und Badehaus, ein neues Laboratorium mit den hinlänglichen Räumen und zweckentsprechenden Einrichtungen hergerichtet, und der chemische Unterricht von Herbst 1848 an hier ertheilt. Dadurch entstand der neue Uebelstand, dass die Schiler zwischen den Lehrstunden von der Schule zu dem Laboratorium, und von dem Laboratorium


