und an einer anderen Stelle:»Wir können auch diesen Theil der Landesherrlichen Propo- sition nicht anders als der Zustimmung der verehrlichen Versammlung empfehlen, welche sie demselben um so mehr ertheilen wird, als sie in ihr nur die Erfüllung ihrer eigenen oft ausgesprochenen Wünsche erkennen muss.« Bei der nach Verlesung des Berichtes er- folgenden Discussion sprach unter Anderem der Deputirte Lossen:»Das Realgymnasium wird also Anspräche und Wünsche befriedigen, welche schon längst und vielfach laut ge- worden sind, und deshalb möchte pald mit seiner Ausbildung vorangeschritten werden, und ihm die grösste Sorgfalt zuzuwenden sein.« Im Verlauf der Discussion äusserte sich derselbe Deputirte noch dahin:»Da die Tendenz einer höheren Realschule die Vorbereitung zu allen Fachstudien umfassen soll, die Militärwissenschaft also ebenfalls dazu gerechnet werden darf, so fragt es sich, ob unsere Militärschule damit verbunden werden kann, und zwar in der Art, dass deren Schüler vorerst das Realgymnasium absolvirten, und, so vorbereitet, den speciellen Unterricht, welchen Officiere leiten könnten, empfingen, der ihren Bildungscursus vollendete, oder dass, wenn eine Trennung auch fernerhin als angemessen erscheinen sollte, das Lehrerpersonal und die Lehrapparate doch beiden Anstalten gemeinschaftlich angehören. soweit die Unterrichtsgegenstände dies zulässig machen.« Inwieweit der hier ausgedrückte Gedanke in der Folge beachtet worden ist, und Berücksichtigung gefunden hat, wird weiter unten gezeigt werden. Ausser dem Deputirten Lossen nahmen bei der Discussion auf das zu errichtende Realgymnasium noch besondere Rücksicht die Deputirten A. Müller und Düringer und der Präsident der Versammlung Schütz. Der erste sprach sich dahin aus:»Die Nothwendigkeit der Begünstigung der industriellen und commerciellen Bestreb- ungen unserer Zeit sieht auch Jeder ein, der nicht um ein halbes Jahrhundert zu spät ge- kommen ist, und man sollte diesem Gegenstande vor Allem die grösste Aufmerksamkeit schenken. Ich hätte daher gewünscht, dass vorher ein tüchtiges, den Bedürfnissen ent- sprechendes Realgymmasium errichtet worden wäre, und kann auch, da der Ausschussbericht desselben erwähnt, nur in dieser Beziehung dem Antrag meine Zustimmung geben.« Der zweite sagte:»Ich wollte nur noch den Wunsch in das Protocoll niederlegen, dass recht pald ein Realgymnasium in Wiesbaden errichtet würde.« Der Präsident Schütz wandte sich an die Regierungscommissarien mit den Worten:»Es dürfte zur Beruhigung nicht weniger Glieder der Versammlung dienen, wenn die Herren Commissarien darüber eine abermalige Versicherung ertheilen wollten, dass die Regierung Alles aufbieten werde, um das Realgymnasium, das so dringend verlangt wird, noch im Laufe dieses Jahres zu Stande zu pringen.« Hierauf erwiederte Geheimerath Vollpracht:»Der Wunsch, dass die Erricht- ung des Realgymnasiums beschleunigt werden möchte, stimmt mit den Absichten der Re- gierung überein, und es wird nicht nur auf eine baldige, sondern auch auf eine dem Zwecke möglichst entsprechende Einrichtung dieser Anstalt Bedacht genommen werden.« Nach geschlossener Discussion wurde bei namentlicher Abstimmung die Proposition einstimmig àngenommen.
Ausser den oben mitgetheilten drei Cardinalpunkten enthielt die Proposition in Be- ziehung auf das zu errichtende Realgymnasium auch noch folgende Bestimmungen:»Das


