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der Abweichung umfassen eine grössere Periode von Jahren, als je diesem Zweige der mes-
senden Physik gewidmet worden sind. Arago zeigte, dass Nordlichter selbst da, wo sie
nicht gesehen werden, den regelmässigen Gang der Nadel unterbrechen. Gleichzeitige Beo- bachtungen in Paris und Kasan, dic unverabredet angestellt waren, lehrten, wie weit sich die Wirkung dieser Perturbationen erstrecke; sie erinnerten lebhaft daran, wie viel man durch correspondirende Beobachtungen gewinnen könne. Als ich nach einem isjährigen Aufenthalte in Frankreich nach Berlin zurückkehrte, beschäftigte ich mich sogleich damit, nicht bloss die 1806 begonnene Arbeit wieder aufzunehmen, sondern auch meine Lage da- hin zu benutzen, um in und ausserhalb Europa einen regelmässigen Cursus correspondiren- der Beobachtungen des tellurischen Magnetismus zu begründen. Fast dürfen wir schon sa- gen, dass unsere Linie magnetischer Stationen sich jetzt von Südamerika quer durch Europa bis Peking erstreckt“, Humboldt wandte sich zu diesem Behufe vorzugsweise an Russ- land und England. Die kaiserliche Akademie der Wissenschaften zu Petersburg genehmigte schon im Jahre 1829 seinen Antrag auf Errichtung magnetischer und meteorologiseuer Sta- tionen in den verschiedensten climatischen Zonen des europäischen und asiatischen Russland, sowie auch die Erbauung eines physikalischen Central-Observatoriums in der Hauptstadt des Reiches. Im April 1836 erliess Humb oldt seinen lettre de Mr. A. de Humboldt à S. A. R. le Duc de Susseæ, Président de la Soc. Rog. de Londres, sur les moyens propres à perfectionner la connaissance du magnétisme terrestre par Totablissement de stations magnéliques et d'observations correspondantes. Er drang in diesem Briefe auf permanente Stationen in Canada, auf St. Helena, auf dem Vorgebirge der guten Hoffnung, Ile de France, Ceylon und Neu-Holland. Es wurden dieselben auch wirklich 1838 und 1839 errichtet un- ier der vortrefflichen Direktion des Obersten Sabine auf Kosten der grossbrittanischen Re- gierung, und zwar zu Toronto in Canada, auf Van Diemen's Land und am Vorgebirge der guten Hoffnung. Um die Bearbeitung des auf diese Weise überaus reich gewordenen Mate- rials haben sich Gauss und Weber die grössten Verdienste erworben.
Nachdem wir nun'ie Lehre von dem Erdmagnetismus bis auf die neueste Zeit ver- folgt haben, wenden wir uns wieder zurück, um auch noch dasjenige nachzutragen, was in unserem Abschnitte der Physik seit Anfang des 18ten Jahrhunderts vorzugsweise geleistet worden ist. Bisher hatte noch kein Einziger daran gedacht, zu ermitteln, nach welchem Gesetze die magnetische Kraft in verschiedenen Entfernungen wirke. Der erste, welcher hierauf aufmerksam wurde, war Haeksbew(† 1713). Um vielleicht ein allgemeines Gesetz aufzufinden, stellte er verschiedene Versuche an. Da aber bei diesen Versuchen die Ent- fernungen des Magnets von der Nadel nicht genau genug zu bèobachten waren, so gab die Societät zu London dem Brook Taylor den Auftrag, Versuche in dieser Hinsicht auf eine andere und richtigere Art anzustellen. Taylor schloss aus seinen Versuchen, dass die mag- netische Kraft in keinem beständigen Verhältniss mit den Entfernungen stehe, sondern dass sie in grösseren Entfernungen in einem weit grösseren Verhältniss abnehme, als in geringe- ren. Newton sagt, die magnetische Kraft nehme nicht im Verhältniss des Quadrats der Entfernung, sondern beinahe im Verhältniss des Würſels ab, wie er aus gewissen ungefäh-


