Aufsatz 
Zur Geschichte des Magnetismus / von C. B. Greiss
Entstehung
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nicht in der Veröffentlichung seiner Resultate durch den Druck eine Verspätung eingetreten wäre. So aber lief ihm Alexander von Humboldt(1769 1859) den Rang ab, dessen auf seiner berühmten in den Jahren 1798 bis 1804 unternommenen Reise nach den Tropen- ländern des neuen Continents angestellten Intensitätsbeobachtungen der gelehrten Welt frü- her zugänglich wurden. Humboldt's Beobachtungen wurden im südlichen Frankreich, in Spanien, auf den canarischen Inseln, in dem Innern des tropischen Amerika, auf dem atlan- tischen Ocean und auf der Südsee angestellt. Humboldt und Biot verfassten, auf diese

obachtungen gestützt, gemeinschaftlich einen Aufsatz über die Variationen des Magnetis- mus der Erde in verschiedenen Breiten, welcher von Biot am 17ten December 1804 in der mathematisch-physikalischen Klasse des National-Instituts vorgelesen wurde. In demselben bestimmten sie nach diesen direkten Beobachtungen die Lage des magnetischen Aequators, und bewiesen auch, dass die magnetische Kraft zunimmt, wenn man sich von diesem Aequa- tor nach den Polen zu entfernt. Hansteen scheint einer der ersten gewesen zu sein, welche die läglichen und jährlichen Variationen, denen die Intensität des Erdmagnetismus unterwor- ſen ist, untersucht haben. Dagegen wurden die stündlichen Variationen der Intensität zuerst auf Parry's dritter Reise von diesem verdienstvollen Seefahrer und von Lieutenant Fo- ster(1825) in Port Bowen deutlich erkannt. Die säculare Veränderung der Intensität ist bis jetzt nur auf eine kleine Zahl von Beobachtungen gegründet. In Toronto scheint sie von 1845 bis 1849 einige Abnahme erlitten zu haben. Die Vergleichung von Humboldt's Beobachlungen mit denen von Rudberg in den Jahren 1806 und 1832 giebt für Berlin dasselbe Resultat. Die ersten isodynamischen Linien wurden von Hansteen gezogen. Er spricht sich darüber selbst in Gilbert's Annalen im Jahre 1826 folgendermassen aus:Es erhellt aus dem Gesetze der Stetigkeit, dass die Zunahme der magnetischen Intensität von dem Aequalor nach den Polen allmählich und regelmässig geschehen muss, falls sie nicht durch örtlichen Magnetismus von Gebirgen abgeändert wird, und dass sie sich also durch ein System von krummen Linien anschaulich machen lässt, welche alle die Punkte auf der Erdoberfläche verbinden, wo diese Intensität von gleicher Grösse ist. Diese Linien will ich isodynamische Linien nennen. Vergebens habe ich versucht, aus den in diesen Annalen Bd. 79 und 82 mitgetheilten Intensitätsbeobachtungen von von Humboldt, Sabine und mir selbst den Gang dieser Linien zu bestimmen. Die Beobachtungen waren zu wenige, und sie lagen zu zerstreut, als dass man aus denselben die Linien von Amerika über das atlan- tische Meer bis nach Afrika und Europa mit einiger Sicherheit und ohne allzu grosse Willkühr hätte verlängern können. Nachdem uns aber der Kapitän Sab ine inseinem neuerlich erschienenen Werke über die Pendelbeobachtungen mit einer neuen Reihe von Intensitätsbestimmungen be- schenkt hat, welche im atlantischen Meere, von Bahia und den Inseln Ascension und St. Thomas bis zu der nördlichen Küste von Spitzbergen, d. i. von 13⁰ südlicher bis 800 nörd- licher Breite reichen, ist es mir gelungen, alle bisher bekannten Intensitätsbestimmungen durch ein System von krummen Linien darzustellen, und dadurch ein deutliches Bild von der Grösse der magnetischen Intensität für etwa F der Erdoberfläche zu geben. Die Kunde endlich von der geographischen Lage der beiden magnetischen Pole verdankt die Wissen-