Aufsatz 
Zur Geschichte des Magnetismus / von C. B. Greiss
Entstehung
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einen luftleeren Raum gebracht; als sie ihr nun von Aussen einen Magnet näherten, nahmen sie wahr, dass die Nadel in der nämlichen Entfernung angezogen wurde, wie in einem lufl- erfüllten Raume. De la Hlire(1640 1718) brachte den Magnet über Bisenfeilspähne, und bemerkte, dass sich gerade an den Polen die meisten Feilspähne, und zwar in senkrechter Richtung auf die Fläche des Magnets, gegen die Mitte zu aber immer weniger und in schieferer Richtung anlegten. Aus dieser richtigen Beobachtung zog er den allerdings falschen Schluss, dass die magnetische Materie in den Polen in grossem Ueberflusse, in der Mitte aber die geringste Menge derselben zugegen wäre. Er verwarf auch die bis dahin allgemein gebrauchliche pfeilförmige Gestalt der Magnetnadeln, und gab den Rath, den Na- deln die Form eines auf beiden Seiten zugespitzten Streifens zu geben, eine Form, die ih- nen bekanntlich vorzugsweise noch bis auf den heutigen Tag gegeben wird.

Wir müssen nun noch einmal auf den Erdmagnetismus zurückkommen. Halley(1656 1724) war der erste, der im Jahre 1683 eine Theorie der Abweichung des Compasses her- ausgab. Im lahre 1698 gelang es ihm endlich durch Verwendung bei dem Könige Wilhelm das Commando eines kleinen Schiffes zu erhalten mit dem Auftrage, das Gesetz der mag- netischen Declinationen ausfindig zu machen, und die Längen und die Breiten der englischen Niederlassungen in Amerika zu bestimmen. Er reiste den 24ten November jenes Jahres ab, kehrte aber, weil nach dem Passiren des Aequators seine Leute krank geworden waren, und weil zugleich sein Lieutenant sich empört hatte, schon im Juni 1699 zurück. Der Lieu- tenant wurde verhört und cassirt, und Halle vfuhr im November 1699 abermals aus, durchkreuzte das atlantische Meer in verschiedenen Richtungen, und kam im September des Jahres 4700 mit einer reichen Ausbeute von Beobachtungen zurück, die ihn in den Stand setzten, im folgen- den Jahre seine allgemeine Uebersichtskarte der Abweichungen in diesem Meere zu ver- öffentlichen. Es ist dies die erste Karte der isogonischen Linien von wissonschaftlichem Werthe. Hallexy stellte auch zuerst die Hypothese auf, dass unsere Erdkugel ein grosser Magnei mit 4 Polen oder punkten der grössten Anziehung sei, indem er in die Nähe jedes geographischen Poles zwei derselben verlegte. Endlich bemerkte er noch in Anseh- ung der Bewegung der Pole, dass man, wenn man die Abweichungen, die an einem und demselben Orte, aber zu verschiedenen Zeiten stattgehabt hätten, mit einander vergleiche, leicht einsehen werde, dass die Pole in Ansehung ihrer Bewegung gegen Osten zu fort- rückten. Bei allen Mängeln dieser seiner Theorie hat doch Halley mit Rücksicht auf seine ungemein mühsamen Untersuchungen unverkennbare Verdienste. Er war in der That der erste, der aus so vielen in gar keiner Ordnung hingeworfenen Beobachtungen Sätze fol- gerte, welche die magnetische Declination ungemein aufhellten. Dem Beispiel dieses Mannes sind nun auch bisher die meisten Physiker, welche sich mit diesem Gegenstande beschäftigten, gefolgt, indem sie für verschiedene Epochen die Punkte gleicher Abweichung auf den Weh- karten durch krumme Linien verbanden. Die vollständigsten Karten dieser Art finden wir in dem im Jahre 1819 herausgegebenen Hauptwerkeüber den Magnetismus von Christopher Han- steen(geboren 1784). Erwähnt muss hier noch werden, dass schon Canton(1718 1772) den Grund der täglichen Veränderung der Magnetnadel in der durch die Wärme geschwäch-