9
jenigen eisenhaltigen Körpern, welche in seinen Wirkungskreis kommen, einen dem seinigen entgegengesetzten Magnetismus hervorzubr ingen. 4
Schon Gilbert hatte gelehrt, dass ein Eisenstab, wenn er mit einem natürlichen Mag- nete bestrichen werde, selbst zum Magnet werde. Zur Zeit Newton’'s(1642- 1727) nun fing man an, durch Verbindung mehrerer solcher magnetisirten Stahlstäbchen s. g. magne- tische Batterien zu verfertigen. Der erste Gedanke dieser Construction findet sich in einem Briefe des Herrn la Montre an Regis im 28ten Bande des ournal des Sapans. Hart- söker(1656— 1725) machte eine solche Batterie wirklich aus 18 einen Fuss langen Stahl- stäben. Ueberhaupt beschäftigte man sich in dieser Zeit vorzugsweise mit der ursprüng- lichen Erregung und grossen Verstärkung der Kraft in den künstlichen Magneten. Reau- mür, Du Fay, Savery, Marcel, Knight, Mitchell, Canton, Anth eaulme und Trullard haben diesem Gegenstande ihre Bemühungen zugewandt. Sie haben Mittel ge- funden, die stärksten künstlichen Magneten auch ohne den Gebrauch eines natürli chen Magnets zu Stande zu bringen. Sie haben gezeigt, wie man den schon vorhandenen Magnetismus ohne Zuthun eines stärkeren Magnets, mithin durch sich selbst, verstärken könne. Ihre da- bei befolgte Methode lief im Allgemeinen auf Folgendes hinaus: Wenn man mebrere künst- liche Magnete von gleicher Stärke besitzt, so verbinde man sie gehõörig, dadurch erhält man einen stärkeren Magnet A; mit diesem mache man nach den gemeinen Methoden andere künstliche Magnete, welche nun schon einzeln stärker sind, als die vorigen, und verbun- den einen noch stärkeren Magnet B geben; mit B bestreiche man alle Magnete, aus welchen A besteht, u. s. w., bis man bemerkt, dass die Kraft keinen Zuwachs mehr erhält. Auf diese Art brachte Knight(† 1772) mittelst des Doppelstrichs seine grossen künst- lichen Magnete oder magnetlischen Magazine zu Stande, mit welchen er in wenigen Secun- den die stärksten künstlichen Magnete machen, und die Pole der natürlichen umkehren konnte. Diese mächtige Maschine ist von Fothergill(1712—1780), welchem sie Knight ver- macht hatte, beschrieben, und der königlichen Societät zu London geschenkt worden. Sie besteht aus zwei grossen Parallelepipedis, deren jedes etwa 500 Pfund wiegt, und 240 stark magnetisirte Stahlstäbe enthält, welche in 4 Abtheilungen, jede zu 60 Stäben, geordnet sind. Du Fay(1698—1739) unternahm es, nähere Beobachtungen anzustellen, unter welchen Bedingungen ein Eisenstab schon durch seine Lage magnetisch werde, er stellte ferner ge- naue Versuche an, was für eine von den folgenden Substanzen: Eisen, gewö hnlicher Stahl oder gehärteter Stahl sich am besten magnetisiren lasse. Um das Jahr 1730 gab Ser- vington Savery zuerst Mittel an, die magnetische Kraft des gehärteten Stahles beträcht- lich zu verstärken; Arnold Marcel zeigte, wie man Stahl durch blosses Reiben an Eisen magnetisch machen könne, und versicherte, dass er diese Methode schon 1726 gekannt habe; Antheaulme hat eine von der Petersburger Akademie gekrönte Preisschrift geschrie- ben, in welcher er die beste Methode lehrt, ursprünglichen Magnetismus zu erregen. Dass die stählernen Werkzeuge, deren man sich zur Durchbohrung des Eisens bedient, durch öf- tere Wiederholung dieser Operation magnetisch werden, hatte schon Otto von Guericke
(† 1686) beobachtet. Die Mitglieder der Akademie zu Florenz hatten cine Magnetnadel in 2


