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Da nun zu dieser Zeit auch schon der Versuch der magnetischen Curven bekannt war, so haben offenbar diese magnetischen Curven Anfangs viel dazu beigetragen, die Systeme der Wirbel, welche man seit Cartesius annahm, um die Phänomene am Magnet zu erklären, in Ansehen zu erhalten, und wiewohl Musschenbrök zu Anfang des 18ten Jahrhunderts die Curven schon sehr richtig erklärte, so haben doch noch lange nach ihm mehrere Natur- forscher die Wirbel des Cartesius um den Magnet zu vertheidigen gesucht. Du Fay (1698— 1739) vertheidigte Halancé's Hypothese, und nahm an, dass die aus dem Südpole der Erde strömende Materie in den Südpol des Magnets eingehe, durch den Nordpol wieder heraustrete, und durch den Widerstand der Luft umgelenkt zu dem Südpole zurückkehre. Aepinus(1724— 1802) nimmt, um die magnetischen Erscheinungen zu erklären, sowie Franklin(1706— 1790) bei der Electricität, nur eine einzige magnetische Materie an. Die Elementartheilchen dieser Materie stossen einander ab, und werden dagegen von den Ele- mentartheilchen des Eisens und aller eisenhaltigen Massen angezogen. Die magnetischen Er- scheinungen erfolgen bloss aus dem Ueberfluss oder Mangel der natürlichen Menge der mag- netischen Materie, und es gibt einen positiven und negativen Magnetismus mit Wirkungskrei- sen, in welchen die Vertheilung nach ebendenselben Gesetzen wie bei der Electricität statt- findet. Mittheilung des Magnetismus ist aber nicht vorhanden, weil es keine Leiter giebt; im Eisen selbst aber, besonders im weichen, heben sich Mangel und Ueberfluss wieder auf, und stellen das natürliche Gleichgewicht wieder her. Wie Aepinus seine Theorie des Magne- tismus Franklin nachbildete, so haben Wilke und Brugmanns(1732—1789) die ihrige in Uebereinstimmung gebracht mit derjenigen Symmer's über die Electricität, indem sie zwei besondere magnetische Materien annahmen, und dadurch die Begründer derjenigen Theorie des Magnetismus wurden, welche bis zu Ampere(1775— 1836) fast in allgemei- ner Geltung stand.
Was nun zunächst die Magnetisirung durch Vertheilung betrifft, so hat Sellers im Jahre 1666 zuerst wahrgenommen, dass das Eisen auch eine magnetische Kraft erhalte, wenn es nur über den Pol eines Magnets innerhalb seines Wirkungskreises, ohne den Magnet zu berühren, geführt werde. Noch weiter beobachtete Wolf(1710), dass dies Hinwegführen nicht einmal nöthig sei. Wenn er das Eisen nur gegen den Pol hielt, ohne diesen damit zu berühren, so erhielt es eine magnetische Kraft, jedoch, sagt er, bisweilen nicht so stark, wie durch den Strich oder durch wirkliche Berührung; überdem müsse es auch einige Zeit in dem Wirkungskreise bleiben, ehe es eine merkliche Kraft erhalte. Wolf war jedoch der irrigen Ansicht, dass der Wirkungskreis oder die Atmosphäre eines Magnets in einer wirk- lich magnetischen Materie bestehe, welche sich bei jedem Magnet bis auf eine gewisse Ent- fernung erstrecke. Wenn daher der Eisenstab in dieselbe gebracht werde, so theile sich die magnetische Materie dem Eisen mit, wodurch es selbst magnetisch werde. Allein Aepi- nus verstand weit richtiger unter dem magnetischen Wirkungskreis bloss den Raum, durch welchen der Pol eines Magnets auf Eisen oder andere Magnete wirkt. Das Hauptgesetz die- ser Wirkung ist nach ihm: Jeder magnetische Pol sucht in demjenigen Eisen oder in den-


