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Anker lag, ein grosses Opfer veranstaltet habe, um die Raben zu diesem Zwecke einzu- weihen, und es wird die Bemerkung hinzugefügt:„denn damals hatten die Seeleute in den nördlichen Gegenden noch keine Magneten“. Nach dem„Landnamabok“ lebte der erste Ver- fasser desselben Arius Polyhistor allerdings am Schlusse des 14ten Jahrhunderts, aber in der Folge wurde das Werk von mehreren Schriftstellern vervollständigt und erweitert, bis endlich Hauk, der Sohn Erlan d's, welcher 1334 starb, dasselbe umarbeitete. Es kann also die Stelle von einem späteren Bearbeiter herrühren, ja sie fehlt sogar ganz in drei Handschriften. Dass aber der Compass am Ende des 12ten Jahrhunderts schon bekannt war,
geht aus einem im Jahre 1203 erschienenen satyrischen Gedichte des Gugot de Propin 5,
der sich am Hoflager des Kaisers Friedrich I. zu Mainz befand, hervor. In diesem spricht der Verfasser zuerst von dem Polarstern, der„Tramontana“, durch welche die Seeleute ihre Richtung und ihren Weg zu halten im Stande seien, dann aber von einer Nadel, die man mit einem dunkelfarbigen Steine bestreiche, und auf Strohhalme gelegt auf dem Wasser schwimmen lasse.„Sie dreht ihre Spitze immer nach jenem Sterne, und wenn auch das Meer finster, und weder Stern noch Mond zu sehen ist, so fürchten die Seefahrer dennoch nicht sich zu verirren“. In diesem Gedichte heisst der Magnet marinette, und wird als ein hässlicher schwarzer Stein beschrieben. Gilbert behauptet, der Venetianer Marco Polo habe den Compass mit aus China gebracht. Allein die Einführung dieses wichtigen Instrumentes durch Marco Polo, dessen Reisen in die Jahre 1271— 1295 fallen, der also nach Italien zurückkehrte, als Gugot de Pr opins in seinem Gedichte des Seecompasses, ebenso wie Jacques de Vitry und Dante, als eines längst bekannten Instrumentes ge- dacht hatten, ist durch Nichts begründet. Ehe Marco Polo abreiste, schon in der Mitte des 13ten Jahrhunderts, bedienten sich Catalonen und Basken des Seecompas ses. Gewöhn- lich wird auch noch die Erfindung des Compasses dem Flavio Gioja von basitano bei Amalſi im Königreich Neapel gebürtig, der um das Jahr 1302 lebte, zugesch rieben. Man stützt sich dabei auch auf den Umstand, dass Amalſi einen Compass im Wappen führt. Aber es ist nur wahrscheinlich, dass dieser berühmte Seefahrer den Compass in seiner rohesten Gestalt(d. h. ein magnetisirtes Stahlstäbchen, auf einem Korke befestigt und auf dem Was- ser schwimmend) von den Arabern aus dem rothen oder aus dem arabischen Meere mitge- bracht, und das unvollkommene Instrument dadurch wesentlich verbessert habe, dass er die Nadel auf eine Spitze setzte, und den Compass nach den Weltgegenden in 8 Striche eintheilte. Von der ursprünglichen rohen Gestalt des Compasses soll auch der Namen„calamita“, welchen der Magnet ebenfalls führte, herrühren. Dieses Wort bezeichnet nämlich nach Fournier einen grünen Frosch, und wurde auf den Magnet übertragen, weil man den- selben Anfangs auf Kork oder Strohhalmen auf dem Wasser schwimmen liess. Uebrigens machen mehrere Nationen Anspruch auf die Ehre, an der wichtigen Entdeckung des Com- passes Etwas gethan oder verbessert zu haben. Die Italiener rühmen sich der Erfindung, die Engländer haben die schwebende Aufhängung des Seecompasses angegeben, von den Holländern kommen die bequemen Namen der Weltgegenden auf der Windrose her, und die
Franzosen wollen weuigstens die Lilie, welche man dem Nordstrich beisetzt, gegeben haben. 1*


