Aufsatz 
Ueber das Verhalten der Krystalle zu den sogenannten Imponderabilien / von Greiss
Entstehung
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Nachtrag.

Diese Abhandlung war bereits vollendet, als Knoblauch den Schluss seiner Unter- suchungen über die Abhängigkeit des Durchgangs der strahlenden Wärme durch Krystalle von ihrer Richtung in denselben im 93. Bande von Poggend. Ann. veröffentlichte. Er ist zu fol- genden, aus einer grossen Anzahl von Versuchen gezogenen Resultaten gekommen: 1) An Krystallen des regulären Systems, wie farbigem Flussspath, blau gestreiftem Steinsalz u. a., können, z. B. bei vorkommenden Schichtungen in den Körpern, Unterschiede der Menge wie der Eigenschaften der Wärmestrahlen auftreten, je nachdem dieselben in einer oder der an- deren Richtung hindurchgegangen sind. Bei polarisirter Wärme zeigt sich genau dasselbe; für eine und dieselbe Richtung der Strahlen hat jedoch die Lage der Polarisationsebene in diesen Fällen durchaus keinen Einfluss. 2) Gehen die Wärmestrahlen durch gewisse Krystalle des optisch einaxigen Systems, wie Amethyst, Idocras u. a., hindurch, so bieten sie ebenfalls sowohl quantitative wie qualitative Verschiedenheiten dar, je nachdem sie den Krystall in einer oder der anderen Richtung durchdrungen haben. Aber wie gross diese Verschiedenheiten beim Durchgange parallel der Axe und winkelrecht gegen dieselbe auch sind, so ist doch kein Unterschied irgend einer Art in dem Verhalten derjenigen Wärmestrahlen vorhanden, welche bei der grössten Mannichfaltigkeit ihrer Richtungen sämmtlich rechtwinklig zur Axe sind. Ist die Wärme polarisirt, so werden, je nach der Lage der Polarisationsebene, Verschieden- heiten bei einer und derselben Richtung beobachtet. Die Durchstrahlungen senkrecht zur Axe zeigen, unter sich verglichen, auch jetzt Uebereinstimmendes. Nur längs der Axe ist der Durch- gang der Wärme und ihr sonsliges Verhalten von der Polarisalionsebene unabhängig. Die Unterschiede beim Durchdringen des Krystalls nach den verschiedenen Richtungen sind bei polarisirten Strahlen grösser als bei den natürlichen, wenn ihre Polarisationsebene bei diesen Durchgängen der Strahlen das eine Mal der Axe gleichgerichtet ist, das andere Mal einen Winkel von 900 mit derselben bildet; sie verschwinden aber vollständig, wenn die Polarisations- ebene stets mit der Axe zusammenfällt. 3) Die strahlende Wärme durchdringt gewisse Krystalle des optisch zweiaxigen Systems, wie Dichroit, Topas, Diopsid u. a., nach verschiedenen Rich- tungen hin in ungleicher Menge. Sie geht z. B. durch den Dichroit im Sinne der Mijttellinie am besten, weniger gut winkelrecht gegen die Ebene der optischen Axen, im geringsten Maasse parallel der Supplementarlinie d. h. derjenigen graden Linie, welche den stumpfen Winkel der optischen Axen halbirt, hindurch; beim blauen Topas ist es grade umgekehrt. Nach diesem Durchgange zeigen die Wärmestrahlen, je nach ihrer Richtung im Krystall, ungleiche Eigen- schaften, z. B. in ihrem Verhalten gegen andere diathermane Körper. Bei polarisirter Wärme können für eine und dieselbe Richtung Unterschiede auftreten, je nachdem die Polarisationsebene eine oder die andere Lage hat. Auch in ihrer Fähigkeit, andere diathermane Körper zu durch- dringen, unterscheiden sich die in verschiedenen Ebenen polarisirten Wärmestrahlen nach ihrem Durchgange durch den Krystall oft von einander. Bei einem und demselben Körper, z. B. Glim- mer, nehmen die quantitativen, wie die qualitativen Unterschiede der in verschiedenen Ebenen polarisirten Strahlen mit der Dicke der durchdrungenen Schichten zu. Durchstrahlt die Wärme zwei Platten des nämlichen Krystalls, z. B. des Pistacit, nach einander, so zeigen sich den vorigen ähnliche Erscheinungen, je nachdem die Ebenen der optischen Axen beider Plalten zusammenktallen oder gekreuzt sind.