Aufsatz 
Ueber das Verhalten der Krystalle zu den sogenannten Imponderabilien / von Greiss
Entstehung
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Krystallen gefunden, und es ist das auskrystallisirte Ende des Krystalls analog, das abge- brochene antilog electrisch. Der Quarz hat drei electrische Axen mit entgegengesetzten Polen, und es wechseln auf den sechs Prismenflächen die drei analogen mit den drei antilogen ab. Bei dem Turmalin richtet man sich nach den Flächen des gewöhnlich vorkommenden dreisei- tigen Prisma's und denen des Hauptrhomboéders. Das Ende der Turmalinkrystalle, an wel- chem die Flächen des Hauptrhomboëders auf den Flächen des dreiseitigen Prisma's aufge- setzt sind, ist der analoge Pol, das Ende dagegen, an welchem die Flächen des Hauptrhomboéders auf den Kanten des dreiseitigen Prisma's aufgesetzt sind, der antiloge. Beim Rhodizit, der gleiche Krystallform wie der Borazit hat, wurde auch ein mit dem Borazite ganz überein- stimmendes pyroélectrisches Verhalten beobachtet. Nimmt man diejenige Axe zur verticalen Hauptaxe, die bewirkt, dass der verticale Hauptschnitt den Krystall in zwei congruente Hälften theilt, und nennt dasjenige Ende das untere, welches entweder verwachsen ist, oder die un- symmetrischen Flächen trägt, und das andere Ende das obere, so ist beim Zucker, der Wein- säure, dem weinsauren Kali-Natron das obere Ende der analoge, das untere der antiloge Pol. Der Axinit hat zwei electrische Axen, die von der oberen linken Fläche nach der unteren rechten scharfen Ecke, und umgekehrt von der unteren rechten Fläche nach der oberen linken scharfen Ecke gehen. Die Flächen enthalten die antilogen, die Ecken die analogen

Pole. Die electrischen Axen dieses Krystalls gehen also nicht durch den Mittelpunkt des

Krystalls und fallen mit keiner krystallographischen Axe zusammen. Bei den bisher be- sprochenen Krystallen mündete jede einzelne electrische Axe an der Oberfläche des Krystalls, und es fand sich daher stets eine gerade Anzahl von Polen vor. Der Prehnit dagegen hat, wie G. Rose und Riess fanden, zwei gegen einander gekehrte electrische Axen, deren analoge Pole zusammenfallen, und erscheint daher dreipolig. Die kurze Diagonale der Basis des Prisma's gibt die Richtung beider Axen, deren gemeinschaftlicher analoger Pol in der Mitte liegt, während die zugehörigen beiden antilogen Pole an den Enden dieser Linie liegen. Diese neu gefundene Art der pyroélectrischen Vertheilung haben Rose und Riess zum Unter- schiede von der älteren, welche sie jetzt terminal-polarisch nennen, central-pola- risch genannt. Auch den Topas fanden sie central-polarisch und zwar so, dass er zwei gegen einander gekehrte electrische Axen habe, die auch hier in der Richtung der kurzen Diagonale der Basis des Prisma's liegen. Die beiden analogen Pole fallen ebenfalls in der Mitte der Diagonale zusammen, und die beiden antilogen liegen in den diametralen stumpfen Seitenkanten des Prisma's. Hankel will auch gefunden haben, dass bei den Krystallen des Boracits und Titanits sowohl während ununterbrochen steigender als sinkender Temperatur ein Wechsel in den Flectricitäten der einzelnen Pole eintrete, und dass bei dem Boracite dieser Wechsel sogar ein wiederholter sei; Rose und Riess stellen diesen Wechsel der FElectricitäten in beiden Krystallen in Abrede.

Ueber die Leitungsfähigkeit der Mineralien in Beziehung auf Electricität sind zwar schon früher Untersuchungen angestellt worden von Pelletier(Gilbert's Annalen, Bd. 46 p. 198), Fox(on the electromagnetic properties of metalliferous veins in the mines of Cornwall in Philos. Transact. 1830 p. 399), Ritter(Versuche über das Verhalten mehrerer Mineralkörper im Kreise der Volta'schen Säule in Gehlen Journ. der Chem. und Phys. 6 p. 568), Haus- mann und Henrici(Versuche über das electrische Leitungsvermögen der Mineralkörper, mitgetheilt in der 9ten Versammlung des Götting. bergmänn. Vereins), allein sie hatten es