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wirksamen Theil des Instruments. Die Thermosäule war mit einem empfindlichen Multiplicator verbunden.—— Wurde nun die lineare Thermokette 1,5 Zoll hinter dem Kalkspath, auf welchen die Wärmestrahlen in bezeichneter Weise senkrecht auffſielen, in horizontaler Rich- tung mittelst einer Mikrometerschraube langsam vorübergerückt, so zeigte sich eine Ablenkung der Multiplicatornadel um 20,5⁰0, darauf ein Rückgang derselben auf 50, und sodann ein abermaliges Abweichen um 20,750. Das Instrument gab also zwei durch eine Temperaturer- niedrigung getrennte Wärmewirkungen an. Die Doppelbrechung der Wärme war also in ihrer einfachsten Form auf eine unzweideutige Weise dargethan“. Bei näherer und genauerer Ermittelung aller Umstände seines Versuchs kam Knoblauch auch noch zu folgenden dem Verhalten des Lichtes ganz entsprechenden Resultaten: 1) Die eine der beiden Strahlen- gruppen behält bei der Drehung des Doppelspaths eine unveränderte Stellung, während sich die andere um sie herum bewegt. Wurde der Krystall in einer gegen die Sonnenstrahlen senkrechten Ebene gedreht, so änderten die beiden Gruppen von Wärmestrahlen ihre Stellung zu einander. Es war dies deutlich wahrzunehmen, wenn man beim Drehen des Krystalls den jedesmaligen Abstand der äussersten Grenzen bestimmte, bis zu welchen sich ihre Wirkung erstreckte, und welche vermöge der linearen Thermosäule mit hinreichender Schärfe zu er- mitteln waren. So betrug z. B. jener Abstand für eine gewisse Stellung des Kalkspaths 1,23¹1, für eine andere 2,55"„% und ein Vergleich der sämmtlichen für die verschiedenen Stellungen des Krystalls gefundenen Werthe ergab, dass man ihn um 900 drehen musste, um nach der grössten Annäherung der beiden Strahlengruppen das weiteste Auseinandertreten derselben herbeizuführen. 2) Die Erscheinungen finden bei einem senkrecht gegen die Axe geschnittenen Krystall für diejenigen Strahlen, welche der Axe parallel sind, nicht statt. 3) Die Intensität der beiden im ersten Fall auftretenden Strahlengruppen ist dieselbe, und ihre Summe gleich der Intensität der Wärmestrahlen, welche aus dem senkrecht gegen die Axe geschnittenen Kalkspath von gleicher Dicke auf die bezeichnete Weise austreten. Bérard behauptete ferner, dass die Wärme durch die doppeltbrechenden Krystalle auch polarisirt werden könne. Seine in Gegenwart von Berthollet und Dulong wiederholten Versuche wurden von allen Physikern anerkannt bis gegen das Jahr 1829, wo Powell einige Zweifel gegen die Richtigkeit der aus ihnen gezogenen Folgerungen erhob, und einige frucht- lose Versuche derselben Gattung, angestellt mit einem ähnlichen Apparate, wie Bérard sich zur Polarisation der Wärme durch Reflection bedient hatte, bekannt machte. Im Jahre 1834 fand Melloni, dass die Wärmestrahlen beim Durchgang durch Turmalinplatten, welche das Licht vollständig polarisirten, keine Anzeigen von Polarisation darboten, und dasselbe negative Resultat erhielt kurze Zeit nachher auch Nobili. Endlich aber beobachtete Forbes gegen Ende des Jahres 1834 dennoch Zeichen von Polarisation an der Wärme, welche von Tur- malinplatten und von Säulen aus dünnen, zweckmässig gegen die einfallenden Strahlen ge- neigten Glimmerblättchen durchgelassen war. In sieben Versuchen fielen nämlich von 100 Wärmestrahlen, welche die Turmalinplatten bei parallelen Axen von einer gemeinen Lampe ohne Schirm durchliessen, bei sich durchkreuzenden Axen im Mittel nur 86,4 durch. Auch gelang es ihm, eine viel vollständigere Polarisation der Wärme durch Reflection an Glimmer- blättchen hervorzurufen. Die so polarisirten Wärmestrahlen trafen eine zweite Glimmerfläche, und wenn man bei paralleler Lage der beiden Glimmerflächen die durchg elassene Menge der
Wärmestrahlen= 100 setzt, so war sie jetzt, sobald die beiden Glimm erflächen sich kreuzten, 3*


