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dürfte es bei der so sehr grossen Aehnlichkeit mit den bei dem Lichte aufgefundenen Resultaten nicht allzu gewagt sein, die untersuchten Körper auch hier nur als Repräsentanten ganzer Klassen anzusehen. Diese Annahme wird um so mehr Wahrscheinlichkeit gewinnen, wenn wir weiter unten, wo von der Ausdehnung der Krystalle durch die Wärme, und von ihrer Wärmeleitungsfähigkeit gesprochen werden wird, Verschiedenheiten in den verschiedenen Krystallsystemen begegnen, welche denen, die wir bei dem Lichte kennen gelernt haben, ganz entsprechend sind. Doch zur Sache. Bérard in Montpellier(s. Mémoires de physique et de chimie de la Société d'Arcueil III. p. 5) hatte im Jahre 1812 durch Versuche gefun- den, dass in dem durch ein Prisma erzeugten Sonnenspectrum die erwärmende Kraft von dem Violett an bis zu dem Roth immer mehr wächst. Er kam nun auf den Gedanken, die beiden Spectra, welche durch ein Kalkspath-Prisma hervorgerufen werden, und welche ihre Entstehung der Zerlegung des ordinären und des extraordinären Strahles, in welche ein ein- fallender Lichtstrahl im Kalkspath sich spaltet, verdanken, in dieser Hinsicht einer ähnlichen Untersuchung zu unterwerfen, und fand auch wirklich, dass sich beide Spectra ganz gleich verhielten, dass in beiden die wärmende Kraft fortschreitend vom Violett bis zum Roth zu- nahm. Er schloss hieraus, dass auch die Wärmestrahlen bei ihrem Durchgang durch den Kalkspath eine Doppelbrechung erlitten. Forbes und Melloni kamen im Jahre 1835 auf indirectem Wege zu demselben Resultate. Sie hatten, wie noch weiter gezeigt werden soll, Erscheinungen von Depolarisation der Wärme beobachtet, und da bei dem Lichte nur doppeltbrechende Körper eine Depolarisation hervorrufen, so schlossen sie, dass Körper, welche die Wärme depolarisirten, auch die Wärmestrahlen doppelt brechen müssten. Den directen Beweis für die Doppelbrechung der Wärmestrahlen hat jedoch erst Knoblauch geliefert, der seinen streng beweisenden Versuch selbst in Poggendorff's Annalen LXXIV. p- 1 u. f. folgendermassen beschreibt:„Im vergangenen Sommer, 1847, habe ich selbst in Bezug auf die Doppelbrechung der Wärmestrahlen einige neue Versuche angestellt, welche mir zur vollständigen Kenntniss derselben nicht unwichtig zu sein schienen. Es kam mir zunächst darauf an, sie auf die einfachste Weise darzustellen, und ich untersuchte daher, ob es möglich sein würde, durch einen Kalkspath in seiner natürlichen Gestalt die von einer Wärmequelle ausgehenden Strahlen so zu zerlegen, dass ein hinter dem Krystall vorüber- geführtes Thermoscop zwei vollkommen von einander getrennte Wärmewirkungen anzeigte.—— Die von einem Heliostatenspiegel reflectirten Wärmestrahlen traten 1,5 Fuss von diesem durch ein Paar paralleler Stahlschneiden von 3,2 cm. Länge in ein dunkles Zimmer, wo sie durch einen Spalt gleicher Art hindurchgingen, welcher 10 Zoll von den ersteren entfernt ebenfalls vertical, und jenen vollkommen parallel aufgestellt war. 0,5 Zoll hinter dem zweiten Schnitt befand sich ein 2,05 cm. dicker Kalkspath, auf dessen natürliche Rhombenfläche die Wärmestrahlen auffielen. Der Zweck der Stahlschneiden war, den zu dem Krystall gelangen- den Strahlen eine so geringe horizontale Ausdehnung zu geben, dass sie nach ihrem Durch- gang durch denselben zwei von einander völlig getrennte Strahlengruppen bildeten.—— Zur Messung der Wärmewirkungen hinter dem Kalkspath diente eine aus 15 Paaren von Wismuth- und Antimonstäben bestehende Thermosäule, deren 2,9 cm. lange und 1 mm. dicke Elemente in einer verticalen Ebene an einander gefügt, und so zugeschrägt sind, dass die aus der Messingfassung hervorragenden Enden eine einzige 2,7 cm. lange gerade Linie von 0,26 mm. Breite darstellen. Nur diese Kante ist mit Russ überzogen, und bildet den einzig
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