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von Krystallen, an welchen allen er den Dichroismus beobachtet hatte. Unabhängig von Brewster wurde der Dichroismus auch von dem Kais. Russ. Leibarzte Liboschitz ent- deckt, der darüber in einem Briefe vom 28. Juni 1820 an Gilbert(vergl. Gilbert's Annalen Bd. 64.) Folgendes schreibt:„Unter Hunderten von Epidoten, die ich untersuchte, habe ich sieben Krystalle gefunden, welche folgende merkwürdige Erscheinung zeigen: 1) Hält man den Epidot gegen ein brennendes Licht, in einer Keinen Entfernung von der Flamme in horizontaler Lage, die eine flache Seite nach Oben, die andere nach Unten gekehrt, so erscheint die eine Hälfte des Steins grün, die andere dunkel purpurroth. 2) Dreht man diesen Epidot bei übrigens unveränderter Lage desselben gegen das Licht um seine Axe, so dass die unterste Fläche nach Oben kommt, so verändert sich die unterste Farbe, sowie sie nach Oben gewendet wird, in diejenige, welche vorhin oben war. 3) Wenn man den RKrystall übrigens in unveränderter horizontaler Lage lässt, das Ende aber, welches zuvor rechts war, zum linken macht, und also bloss die Pole verändert, so wechseln auch die Farben. Die Erklärung, auf welche Art die sich durchkreuzenden Strahlen dieses Farbenspiel hervorbringen, überlasse ich Gelehrten und in diesem Fache erfahrenen Männern“. Noch häufiger bemerkt man den Dichroismus in den doppeltbrechenden Körpern, wenn man polarisirtes Licht durch- gehen lässt. Für dergleichen Beobachtungen hat Haidinger, dem wir überhaupt die Ver- folgung dieses äusserst interessanten Gegenstandes in der neuesten Zeit vorzugsweise ver- danken, seine dichroscopische Loupe construirt, die vor dem gewöhnlichen Kalkspath-Prisma den Vorzug hat, dass die beiden Bilder nicht so weit aus einander treten, wodurch natürlich die Vergleichung der Farben der Bilder erleichtert wird. Der Apparat besteht aus einem Bruchstück von Doppelspath, an welches auf jeder Seite ein Glasprisma von 180 hbefestigt ist, und nach dem Auge zu ist dann noch eine gewöhnliche Glaslinse. Eine kleine Oeffnung an der dem Auge abgewandten Seite gibt die beiden Bilder. Die verschiedene Färbung der beiden Bilder in den gefärbten doppeltbrechenden Krystallen ist so allgemein, dass die ganz gleiche Färbung fast zu den Ausnahmen gerechnet werden muss. Beide Farben ergänzen sich in der Regel zu der dem Krystalle eigenthümlichen Farbe. Die nicht mit doppelter Brechung begabten Substanzen zeigen den Dichroismus niemals, wie lebhaft sie auch gefärbt sein mögen. Betrachtet man aber nach Haidinger einen optisch einaxigen Krystall senk- recht auf seine gerade Endfläche im durchgehenden Lichte, so nimmt man eine gewisse Farbe wahr, welche er die Farbe der Basis nennt. Wird in dieser Lage des Krystalls die dichrosco- pische Loupe angewandt, so zeigen beide Bilder, das ordentliche und das ausserordentliche, dieselbe Farbe, und behalten diese bei, wie man auch den Krystall um seine Axe drehen mag. Betrachtet man aber den Krystall senkrecht auf eine Säulenfläche, so sieht man eine andere Farbe, von Haidinger die Farbe der Seitenflächen genannt, und wird jetzt durch die Loupe beobachtet, so haben die beiden Bilder verschiedene Farben, von welchen die- jenige des ordentlichen Bildes mit der Farbe der Basis übereinstimmt. Die Farbe des ausser- ordentlichen Bildes nennt Haidinger die Axenfarbe. Die Farbe der Seitenflächen zeigt sich als Mischung der Axenfarbe und der Farbe der Basis. Nimmt man aber einen optisch zweiaxigen Krystall, und zwar zunächst einen solchen aus dem rhombischen Krystallsysteme, stellt die eine Axe lothrecht, und betrachtet den Krystall zuerst durch eine Fläche, welche senkrecht auf einer der beiden anderen Axen ist, so sieht man im gewöhnlichen Lichte eine Farbe, welche Haidinger mit B bezeichnet, und die sich durch die Loupe in zwei andere
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