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constante Grösse ist. Auch dieser von Brewster gefundene Zusammenhang zwischen der Krystallgestalt und den farbigen Ringen lässt sich oft von dem Krystallographen zur Be- stimmung des Krystallsystems einer Substanz benutzen. So kommen z. B. die verschiedenen Glimmerarten theils als hexagonale, theils als monoklinische Krystalle vor. Die Beobachtung der Ringe zeigt nun auf eine leichte Weise, ob ein Individuum dem einen oder dem anderen dieser Krystallsysteme angehört. So wurde aus dem Umstande, dass Eis die Farbenringe einaxiger Krystalle zeigt, wie zuerst im Jahr 1821 J. W. Pfaff, und etwas später, doch un- abhängig von ihm, auch Förstemann beobachtete, die krystallinische Structur desselben im Allgemeinen, und dass es insbesondere dem hexagonalen Systeme zugerechnet werden müsse, nachgewiesen. Was endlich die Erklärung aller dieser prachtvollen Farbenerscheinungen, welche sich bei den Platten doppeltbrechender Krystalle erzeugen, und welche zu dem Ueberraschendsten gehören, was die Physik darbietet, anbelangt, so hat Fresnel auch hier wieder und zwar in der Theorie der Interferenz den Schlüssel zu denselben gefunden, er hat sie in allen Einzelheiten durchforscht, ihre verborgensten Gesetze bestimmt, und sie als besondere Fälle der Interferenzen nachgewiesen.
Schneidet man aus Turmalin ein Prisma, dessen Kante parallel der Axe ist, und das einen kleinen brechenden Winkel hat, so dass die Dicke nicht schnell zunimmt, sieht man hierauf durch den dünnsten Theil nahe an der Kante nach einem dünnen Körper, so erblickt man zwei Bilder desselben, welche an der Kante selbst gleich hell erscheinen; wie man aber das Auge mehr und mehr hebt, wird das gewöhnliche Bild schwächer, als das unge- wöhnliche, und dies desto mehr, je dicker derjenige Theil des Prisma's ist, durch welchen die Lichtstrahlen durchgehen müssen, um zu dem Auge zu gelangen. Bei einer gewissen Dicke des Prisma's wird das gewöhnliche Bild völlig unsichtbar. Man kann statt des Tur- malines auch einen anderen doppelibrechenden Körper nehmen, nur tritt dann die Erscheinung nicht so auffallend hervor. Dieser Versuch ist zuerst von Brewster angestellt worden, und beweiset, dass doppellbrechende Körper auch die merkwürdige Eigenschaft besitzen, auf das durchgehende Licht eine verschluckende Kraft zu äussern, welche aber nicht für die beiden Strahlen, in welche der einfallende Strahl gespalten wird, gleich gross ist. Babinet hat für die bei weitem meisten der von ihm untersuchten Krystalle, bei welchen sich un- gleiche Absorptionsverhältnisse zeigten, geſunden, dass 1) in negaliven Krystallen der ordinäre Strahl bei scinem Durchgange mehr absorbirt wird, als der extraordinäre und 2) dass es in positiven Krystallen gerade umgekchrt ist. Es geht also hieraus hervor, dass der stärker gebrochene Strahl auch stärker absorbirt wird. Bei vielen Krystallen ist die verschluckende Kraft von der Neigung des einſallenden Strahles gegen die Axe abhängig. Auch gibt es in jedem der beiden Strahlenbündel gewisse Farben, in Beziehung auf welche sie sich am stärksten äussert. Solche Krystalle besitzen dann die Eigenschaft, nach Verschiedenheit ihrer Lage gegen das einfallende Licht auch eine verschiedene Farbe zu zeigen, eine Eigenschaſt, welche man mit dem Namen Dichroismus(Zweifarbigkeit) belegt hat. Zu den Krystallen, an welchen zuerst der Dichroismus bemerkt wurde, gehört der Jolith oder Cordierit, welcher in der Richtung der Axe der Säule, in welcher er krystallisirt, violett, und in der darauf senkrechten Richtung weissgelb ist, wesshalb ihm Hauy, der glaubte, dass die Eigenschaft der Zweifarbigkeit diesem Mineral ganz allein zukomme, den Namen Dichroit beilegte. Aber schon Brewster veröffentlichte im Jahre 1819 in den Philos ophical Transactions eine Reihe


