Aufsatz 
Ueber das Verhalten der Krystalle zu den sogenannten Imponderabilien / von Greiss
Entstehung
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Dichroit gewöhnlich sechsseitige Prismen, aber es ist schwer zu entscheiden, ob dieselben regelmässige, in das hexagonale System gehörige, oder nur symmetrische, in das rhombische System gehörige sind, da die nicht genau zu messenden Winkel sich 1200 nähern. Nun ist das Mineral aber optisch zweiaxig, woraus demnach unwiderleglich folgt, dass die Prismen symmetrische sind, und die Form also eine rhombische ist. So ist es auch Herschel ge- lungen, durch das optische Verhalten drei Varietäten des Apophyllit zu unterscheiden. Die erste ändert von dem einen Ende des Spectrums zu dem anderen fortgeschritten den Charakter ihrer Doppelbrechung, indem sie bei dem Uebergang zum indigofarbenen Theile einfach brechend wird. Bei der zweiten findet der Uebergang aus Positiv in Negativ schon im Gelb statt, und die dritte endlich ist für alle Strahlen positiv doppeltbrechend. Fragen wir nun, auf welche Weise die Undulationstheorie die Erscheinungen der Doppelbrechung zu erklären im Stande sei, so finden wir, dass ihr dies durch folgende einfache Annahmen möglich ge- worden ist. Da in den Krystallen des regulären Systems die Molecüle in der Richtung aller drei Axen um gleich Viel von einander abstehen, so nimmt sie dasselbe ebenfalls für die Theilchen des Aethers an. Dadurch wird aber auch eine gleiche Elasticität desselben nach allen Richtungen, und somit eine gleiche Fortpflanzungsgeschwindigkeit bedingt, wodurch sich ihre einfach brechende Natur ergibt. Bei den übrigen Krystallen zeigt sich bekanntlich die Cohäsion, von welcher die Krystallform abhängig ist, durch diese als verschieden nach ver- schiedenen Richtungen. Ebenso werden nun auch die Aetbertheilchen nach denjenigen Rich- tungen hin als dichter bei einander liegend angenommen, nach welchen die materiellen Theil- chen mit grösserer Kraft zusammengcehalten werden. Die grössere Dichtigkeit des Aethers nach einer Richtung bedingt aber eine verringerte specifische Elasticitäat und mit ihr eine verringerte Fortpflanzungsgeschwindigkeit in dieser Richlung. Einen wahren Triumph feierte die auf diese Annahmen gestützte Erklärung der doppelten Brechung und somit die Undu- lationstheorie selbst, als Hamilton es als eine merkwürdige und nothwendige Folgerung dieser Erklärung erkannte, dass es bei der Brechung in zweiaxigen Krystallen zwei Fälle geben müsse, in welchen ein einzelner einfallender Strahl sich in eine unendliche Anzahl von Strahlen theilen und so einen Kegel bilden werde, und als diese der Theorie entsprungene Voraussicht wirklich durch Versuche bestätigt gefunden wurde. Hamilton nennt diese neue Art der Brechung die konische Refraction. Ein Fall derselben findet innerhalb des Krystalls stalt, wenn der von Aussen einfallende Strahl eine solche Richtung hat, dass der gebrochene Strahl mit einer optischen Axe zusammenfällt. Die Strahlen, welche den Kegel bilden, werden bei dem Austritt parallel mit dem einfallenden Strahle gebrochen, und nehmen die Gestalt eines sehr dünnen Strahlencylinders an, dessen Grundfläche gleich ist der Grund- fläche des Strahlenkegels an der Austrittsfläche. Der zweite Fall ergibt sich, wenn der Strahl im Innern des Krystalls in einer beslimmten, von der Lage der Brechungsaxen und der doppelthrechenden Kraft abhängigen Richtung fortgeht. In diesem Falle löset sich der Strahl erst bei seinem Austritte in die Luft in einen Strahlenkegel auf.

Schon Huyghens machte, als er mit seinen Versuchen über die Doppelbrechung im Kalkspathe und im Ouarze beschäftigt war, die weitere wichtige Entdeckung, dass, obgleich durch ein Kalkspathrhomboéëder jeder Gegenstand verdoppelt, und also durch zwei solche über einander gelegte Rhomboéder im Allgemeinen vierfach erscheint, doch zwei jener vier Bilder verschwinden, sobald man die Rhomboéder so über einander legt, dass sie in einer auf

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