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wurde Malus zuerkannt, der die Eigenschaft der doppelten Brechung auch noch in einer Reihe anderer Krystalle entdeckte, wie im Aragonit, Baryt, Strontian, Zirkon, Smaragd, Feld- spath, Schwefel u. a. Ueber die Arbeiten seines Vorgängers drückt er sich in seiner Ab- handlung auf folgende Weise aus:„lch fing damit an, eine lange Reihe von Beobachtungen und Messungen an den natürlichen sowohl, als auch an den künstlichen Seiten des Kalkspaths vorzunehmen. Indem ich aber auf diese Weise durch meine Beobachtungen die verschiedenen Gesetze prüfte, welche die Physiker bis auf unsere Tage über diesen Gegenstand aufgestellt haben, wurde ich ganz ergriffen von der bewunderungswürdigen Uebereinstimmung der Be- obachtungen mit dem von Huyghens aufgestellten Gesetze, und ich überzeugte mich sehr hald, dass dies in der That das Gesetz der Natur ist.“ Er verfolgte den Gegenstand noch weiter, und fand, dass jenes Gesetz selbst denjenigen Erscheinungen, welche Huyghens nicht ge- kannt haben konnte, ebenfalls vollkommen entspreche(vergl. Geschichte der inductiven Wis- senschaften, nach Whewell bearbeitet von Littrow). Es könnte auf den ersten Blick auf- fallend erscheinen, dass man über 100 Jahre lang nur zwei doppeltbrechende Krystalle gekannt hat, da doch ihre Zahl, wie wir jetzt wissen, so bedeutend ist, und da doch sicher- lich nach Entdeckung der Doppelbrechung auch andere durchsichtige Krystalle in dieser Hin- sicht untersucht wurden. Der Grund dieser Erscheinung liegt darin, dass in den übrigen Krystallen die Strahlen zu wenig aus einander gebrochen werden, um uns mit Leichtigkeit zwei getrennte Bilder eines und desselben Gegenstandes beobachten zu lassen. Wir kennen in der That nur noch einen einzigen Krystall, dessen doppelte Brechung diejenige des Kalk- spaths erreicht, ja sogar noch bedeutend übertrifft; es ist dies, wie Marx gefunden hat, das salpetersaure Natron. Den bedeutendsten Fortschritt hat die Lehre von der doppelten Brechung in Folge einer Entdeckung Arago's gemacht, von welcher noch weiter unten die Rede sein wird, und durch welche es möglich geworden ist, auf eine leichte, indirecte Weise über die doppelibrechende Natur eines Körpers mit der grössten Zuverlässigkeit zu entscheiden. Mit Rücksicht hierauf sagt Arago(a. a. O.):„Als Huyghens seinen Tractatus de lumine schrieb, kannte man nur zwei doppeltbrechende Krystalle, den Kalkspath und den Quarz. Heutzutage würde es viel kürzer sein, die Krystalle zu nennen, welche diese Eigenschaft nicht haben, als zu sagen, welche sie besitzen. Früher verlangte man, dass ein durchsichtiger Körper die beiden Bilder deutlich erblicken liess, wenn man ihm eine gleiche Brechung mit dem isländischen Doppelspath zuschreiben wollte. In jedem Falle, wo die Divergenz der beiden Strahlenbündel sehr klein und für das Auge nicht wahrnehmbar war, blieb der Beobachter in Zweifel, und wagte keine Entscheidung zu treffen. Jetzt gibt sich das Vorhandensein der Doppelbrechung bei Anwendung einer sehr einfachen Methode durch Erscheinungen kund, die von der Trennung der Bilder gänzlich unabhängig sind; keine mit jenen Eigenschaften be- gabte Substanz kann selbst bei der geringsten Dicke dem neuen Prüfungsmittel entgehen. Wenn es aber auf der einen Seite gewiss war, dass die Doppelbrechung ohne das Hervor- treten der sehr auffälligen Erscheinungen, auf welche die Methode sich gründet, nicht existiren kann, so erschien es umgekehrt nicht ebenso unbestreitbar, dass sie nothwendiger Weise jene Phänomene begleiten müsse. Der Zweifel in diesem Punkte war um so natürlicher, als der Urheber der Methode selber Glasplatten gefunden hatte, die, ohne die beiden Bilder in irgend bemerkbarer Weise zu trennen, dennoch alle jene angedeuteten Erscheinungen hervorriefen; als ein ausgezeichneter Gelehrter in Berlin, Seebeck, später zeigte, dass durch plötzliche


