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muss?“ Dieser Zusammenhang ist selbst der Art, dass die Spaltbarkeit für die Erkennung der Formen, besonders wenn diese unsymmetrisch ausgebildet sind, von grosser Wichtigkeit ist. Haben wir z. B. ein rechtwinkeliges, vierseitiges Prisma vor uns, so kann bei gewissen Ver- hältnissen der Längen der Kanten ein Zweifel darüber sein, ob es ein Würfel, oder ein quadratisches Prisma, oder endlich ein rectanguläres Prisma ist. Dieser Zweifel löst sich aber, sobald man die Spaltbarkeit untersucht. Findet man nämlich, dass der Krystall parallel seinen Flächen, also in drei auf einander senkrechten Richtungen, gleich vollkommen spaltbar ist, so ist er ein Würfel; ist er nur in zwei Richtungen gleich vollkommen und in der dritten besser oder weniger oder gar nicht spaltbar, oder ist nur in einer Richtung Spaltbarkeit vorhanden, so ist er ein quadratisches Prisma; ist aber der Grad der Spaltbarkeit in allen drei Richtungen ungleich, so ist er ein rectanguläres Prisma. Mit der Cohäsion im innigsten Zusammenhange steht die Härte. Obwohl nun die Untersuchung des Härtegrades bei der Bestimmung eines Minerals mit eine bedeutende Rolle spielt, so haben doch die Angaben über die Härte, wenn sie sich auf einen Krystall beziehen, nur einen sehr allgemeinen Werth, da nur gleichwerthige Flächen und diese auch nur in gleichen Richtungen gleiche Härte besitzen. So Z. B. sind am Flussspath die Würfelflächen härter, als die Octaéderflächen, beim Kalkspath die Prismenflächen härter, als diejenigen des Hauptrhomboëders. Ja Franz ist selbst in dieser Beziehung zu einem allgemeinen, alle Krystalle umfassenden Resultate gelangt. Er zeigt nämlich(Poggendorff's Annalen LXXX. p. 37), dass im Allgemeinen nach seinen Ver- suchen in einem Krystall in einer Fläche, welche die Spaltungsebenen durchschneidet, die- jenige Richtung, welche auf der Spaltungsrichtung senkrecht steht, die weichste, die härteste Richtung aber diejenige ist, welche den Spaltungsebenen parallel geht. Mit der Härte pflegt aber gewöhnlich noch eine andere physicalische Eigenschaft, die Elasticität, verbunden zu sein. Die Erfahrung lehrt nämlich, dass im Allgemeinen, wenngleich mit Ausnahmen, die- jenigen festen Körper, welche eine grössere Härte besitzen, auch die elastischeren sind. Eine Untersuchung über die Elasticität mit specieller Rücksicht auf die Krystalle hat Savart (vergl. Poggend. Ann. XVI. p. 227) angestellt, und ist durch die Schallschwingungen, in welche er kreisrunde Scheiben aus einigen Krystallen versetzte, und durch die Betrachtung der auf denselben entstehenden Klangfiguren und der begleitenden Töne zu dem Resultate gelangt, dass auch die Elasticität der Krystalle nicht nach allen Richtungen dieselbe sei. Cohäsion, Härte und Elasticität sind aber nicht die einzigen physicalischen Eigenschaften, in welchen sich eine Eigenthümlichkeit der Krystalle, nämlich ihr Anisotropismus, ausprägt. Im Gegentheil ist für den Physiker das Verhalten der Krystalle zu den sogenannten Impon- derabilien, das ich mir zum Gegenstande der folgenden Abhandlung gewählt, und zu dem ich mir nun überzugehen erlaube, von noch viel grösserer Wichtigkeit. Der Grund meiner Wahl liegt eines Theils in dem Umstande, dass mehrere der zu erwähnenden Thatsachen erst seit so kurzer Zeit bekannt geworden sind, dass sie noch nicht ihren Weg in die Lehrbücher ge- funden haben; anderen Theils glaubte ich auch, dass eine vollständige, übersichtliche Zusam- menstellung alles dessen, was wir in dieser Hinsicht wissen, um so mehr von Interesse sein könne, als selbst das, was bereits in die Lehrbücher übergegangen ist, in der Regel nur in wenigen Worten besprochen wird, und dabei sich doch nur vereinzelt und an verschiedenen Stellen zerstreut finden lässt.


