Aufsatz 
Proben physikalischer Übungsaufgaben / vom ... R. Kohlrausch
Entstehung
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f. Ich denke mir einen Vogel, der sich durch Flattern heständig an derselben Stelle der Luft hält. Er zieht also heständig die Erde an. Müsste diese nicht, wenn der Zu- stand nur lange genug dauerte, endlich in eine bemerkbare Bewegung zu ihm hin gera- then, oder ist ein Umstand vorhanden, welcher in diesem Falle hinderlich wirkt?

10. Ist das Gewicht eines Körpers auf der Oberfläche der Erde oder in beträchtlicher Tiefe oder gar im Mittelpunkte derselhen am grössten?

I1. Die Schwere nimmt ab nach dem Quadrate der Entfernung von der Erde. Wiegt also ein Körper einen Fuss von der Erde entfernt 100 Pfund, so müsste er zwei Fuss weit nur noch 10 Pfund wiegen. Wo steckt der Fehler?

12. Eine Büchse werde horizontal gerichtet; die Axe ihres Laufes sei dann zwei Grad über das Centrum der etwas niedriger stehenden Scheibe hinaus gerichtet. Der Schuss trifft das Centrum. Wie weit stand die Scheibe, wenn die Kugel ½ Secunde unter We- ges war? Welche mittlere Geschwindigkeit hatte die Kugel auf dieser Strecke?

13. Man denke sich, dass aus der Offnung im Boden eines sehr hoch befindlichen grossen Gefässes ein dicker zusammenhängender Wasserstrahl fortwährend herabfliesse. Wesshalb muss der- selbe sich zuletzt dennoch in Tropfen auflösen, gesetzt auch, wir abstrahirten sowohl von dem Widerstande der Luft, als auch davon, dass durch die Beschaffenheit der Ausfluss- öffnung nicht alle Theile des Strahls von vorn herein einen senkrechten Fall bekommen?

14. Wenn ich einen Strick, welcher horizontal über zwei Rollen läuft, an jedem Ende mit 100 Pfund belaste, wie viel Pfund wirken dann zerreissend auf die Festigkeit des Strickes? Man lasse dabei dessen Gewicht selbst ausser Acht.

15. In Städten, welche nahe an Flüssen liegen, kommt bei hohem Wasserstande häufig Was- ser in die Keller. Dabei geht der Glaube, dass das Wasser nur dann in die Keller kommen könne, wenn der Fluss anfängt zu fallen. Woran liegt es, dass die Erscheinung sich wirklich häufig, jedoch keineswegs immer so zeigt?

16. Man erkläre, wie es möglich ist, dass ein schräg auf das Wasser geworfener Stein ricochetiren kann. Die Trägheit des Wassers allein kann die hebende Kraft nicht sein, denn die würde den Stein blos in der Richtung seiner Bewegung aufhalten. Woher ent- steht eine aufwärts treibende Kraft, da ja das Wasser vermöge seiner Dünnflüssigkeit leicht zur Seite fliessen und dem Steine ausweichen könnte?

17. Nach dem Auskochen eines nicht sehr weiten Heber-Barometerrohres hat sich ergeben, dass im langen ausgekochten Schenkel der Kopf des Quecksilbers viel flacher geworden ist als er vorher war, namentlich, dass er nun viel flacher ist als der im kurzen Schenkel. Man hat Beispiele, namentlich bei Quecksilber, welches durch Erhitzen des rothen Praecipi- tates gewonnen ist, dass es nach dem Kochen im langen Schenkel gar keine Wäölbung mehr zeigt. Welche Kraft hat sich also durch das Kochen verändert? Gibt ein solches Barometer den Lnftdruck richtig an?

18. Man denke sich folgenden Fall. Jemand schreibt, um die täglichen regelmässigen Os- 2*