Aufsatz 
Proben physikalischer Übungsaufgaben / vom ... R. Kohlrausch
Entstehung
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Antworten zu geben. Grade dabei kann man dann den jugendlichen Übermuth des Ver- standes strafen, und zeigen, wie nicht nur bei allen Forschungen die äusserste Vorsicht zu beobachten ist, sondern wie man auch bei einem Grunde nie stehen bleiben soll, so lange man für diesen wieder einen Grund zu finden irgend Aussicht hat.

Besässe man nun eine allen Rücksichten entsprechende, methodisch geordnete Sammlung in den Händen der Schüler, so wäre ich nicht der Ansicht, dass man die Mehrzahl der Aufgaben schriftlich behandeln liesse. Dazu eignen sich einzelne; meistentheils aber geht dadurch zu bedeutende Zeit verloren. Man lasse die Schüler sich zu Hause vorbereiten und nehme die Aufgaben in der Klasse durch, wobei es nicht unzweckmässig sein dürfte, ein- zelne zum Gegenstande des Disputs zwischen der Jugend selbst zu machen. Der Lehrer wird ohnehin meistentheils Gelegenheit finden, selbst den Widersacher der Schüler bei ihren Beantwortungen zu spielen, da er gewissermassen die Natur repräsentirt und die Einwen- dungen machen muss, welche in der Sache liegen, von den jungen Köpfen aber übersehen werden. Je lebhafter der Streit, desto besser. Dahin aber hat der Lehrer zu sehen, dass sich die Schwierigkeiten nicht bis zu einem Grade steigern, bei welchem der Schüler er- mattet zurücksinkt.

Eine Beantwortung der Fragen soll, wie ich glaube, die Jugend nicht in Händen ha- ben, und somit wäre sie eigentlich ganz überflüssig. Da indessen die Fragen bei einer Sammlung, wie sie mir vorschwebt, häufig so gestellt sein werden, dass vielleicht nicht jeder Lehrer gleich sieht, was sie bezwecken, auch in die Beantwortung derselben leicht Stoff zu neuen Aufgaben gelegt werden kann, so möchte es wohl nicht unnütz sein, sie, wenn auch nur andeutungsweise, von den Fragen gesondert abdrucken zu lassen. Es muss ein Leichtes sein, bei der besondern Natur solcher Ubungsbeispiele aus den Antworten der Schüler sogleich zu erkennen, ob etwa ein Exemplar der Beantwortungen in ihren Händen ist. In dem Falle würde es ihnen schon begreiflich zu machen sein, dass sie sich selbst des Nutzens und Verguügens durch einen solchen Missbrauch berauben, eine Vorstellung, welche um so eher Eingang finden wird, wenn man die Aufgaben nicht nach der strengen Ordnung anderer Schularbeiten, sondern mehr zur Erholung und zum Vergnügen der Schiler hand- habt. Den wenigen Fragen, welche jetzt folgen, habe ich die Beantwortungen in dem angegebenen Sinne beigefügt, glaube aber kaum, dass man mit ihnen allgemein zufrieden sein werde. Es thut nichts; irren ist menschlich, und ich lasse mich gern belehren.