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Masstab an das Resultat zu legen*). Dann aber schadet das Rechnen mehr abs es nutzt.— Aus meiner eignen Erfahrung kenne ich die berührten Nachtheile und eifere desshalb gegen ihren Grund, die vorzugsweise mathematische Behandlung der Physik auf der Schule, einen Fehler, dessen sich ausser mir vielleicht(2) kein Anderer schuldig gemacht hat. Desswegen würde es mir aber auch leid sein, wenn es schiene, als schütte ich das Kind mit dem Bade aus, und so fasse ich mein Glaubensbekenntniss nochmals in folgenden Worten zusammen: So viel mathematische Anwendung, dass die Gesetze, welche quantitative Bestimmungen enthalten, klar und gelänfig werden, ist auch für den Anfänger durchaus nöthig; auch soll dieser die Mathematik als einen mächtigen Hebel in der Physik kennen lernen; diesen HHe- bel aber mit Leichtigkeit und Gewandtheit selbst ansetzen zu können, ist eine Aufgabe, welcher andere wichtigere Erfordernisse, namentlich genaue Kenntniss der Erscheinungen selbst und Erweckung der physikalischen Kritik vor und voran gehn müssen.*)
Zur Erreichung dieser Erfordernisse— und damit komme ich auf das eigentliche Thenia zurück— würden uns Ubungsbeispiele gewiss zweckdienlich sein, da sie zur Selbstthätig- keit, diesem kräftigsten Mittel zu Lust und Freude an der Sache, die beste Anregung geben. Statt nun den Character solcher Aufgaben genauer zu specificiren, stelle ich lieber eine Anzahl Beispiele hin, welche ohne methodische Rücksicht einer grösseren Sammlung ent- nommen und in bunter Ordnung aneinander gereiht sind. Man wird sie vielleicht am richtigsten würdigen, wenn man sich denkt, dass sie gewissermassen zur Repetition am Schlusse des Cursus in Prima dienen sollten, also von schon geübteren und kenntnissrei- cheren Schülern behandelt würden. Es wird allerdings scheinen, als ob die Fragen vielfach zu bedentende Schwierigkeiten enthalten, ja häufig als eigentliche Räthsel hingestellt sind. Ich habe das absichtlich gethan. Einestheils reizt eine pikant gestellte Frage eher zum Nach- denken, anderntheils kann der Lehrer zu ihr so viele erläuternde Zusätze geben„ als ihm nach der Bildungsstufe seiner Schüler nöthig erscheint. Was thut es auch am Ende, wenn diese das richtige gar nicht finden! Haben sie darüber nachgedacht, so wird die Erkennt- niss, welche ihnen durch den Lehrer zu Theil wird, mit um so lebhafterem Interesse auf- gzenommen.— Andere Fragen erscheinen auf den ersten Blick zu leicht und werden den Schüler veranlassen, vorschnelle, ganz ins Blaue schiessende, wenigstens ganz ungeniigende
ꝛ) Solch ein Fehler kann freilich dem Besten und Tüchtigsten passiren. Die Frage Noô 32 2. B. bejaht Brettner in seinem Leitfaden. Nur die Mathematik ist daran schuld; das Bewusstsein ihrer Unfehlbarkeit liess den Verfasser gar nicht dazu kommen, sein physikalisches Gefuhl zu befragen, ob man wohl eine weisse Stange von 5 Fuss Länge in der Entfernung einer Meile erblicken könne.— Ich brauche wohl nicht zu sagen, dass ich dem um den physikalischen Un- terricht so verdienten Verfasser durch diese Note nicht zu nahe treten will; lieber nehme ich hier für eigne Versehen bei meinen Aufgaben die Nachsicht der Leser in Anspruch.
*) Ich stimme darin mit Heussi überein, bin aber doch nicht der Ansicht, dass man die Curse so streng von einander scheiden dürfe.


