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der Natur. Die geistige Thätigkeit ist in diesen Fällen dieselbe. Dadurch indessen erringt
sie sich noch keineswegs einen Platz unter den Gymmasialwissenschaften, denn die nöthige Fähigkeit des Abstrahirens und der Anwendung des Gefundenen, daran noch fehlte, durch Vermehrung grammatischer oder mathe werden. Wie aber der Sprachunterricht nicht in der ständnisse der Schriftsteller, oder der eigens erworbenen schönen Sprache seinen höchsten Endzweck sieht, sondern diesen, neben der Anregung fast aller geistigen Thätigkeiten, wesentlich in der Erweckung und Veredlung des allgemeinen Gefühls für Sc wie die Geschichte nicht plos todte Kenntniss dessen verbreiten will, was vor Zeiten ge- schehen, sondern recht eigentlich den Charakter zu bilden bemüht ist; wie die Mathematik keineswegs auf dem Gymnasium getrieben wird, um den Schüler Rechnen zu le ihn zum Mathematiker zu bilden, sondern um ihm Vertrauen zu seiner
könnte jedenfalls, wenn es matischer Stundlen gewonnen Kenntniss der Grammatik, dem Vep-
hönheit erblickt;
hren, odar eignen geistigen Kraft einzuflössen; wie überhaupt jeder Lelirgegenstand, wenigstens in den obern Klassen des Gymnasiums, einen solchen allgemeinen geistigen Zweck hat: so auch die Naturwissen- schaft, namentlich und zumeist aber die Physik. Nie, zu keiner Zeit, hat ein normal construirter, denkender Mensch sich mit der Betrachtung Gottes und des menschlichen Gei- stes allein begnügt; alle haben das Dritte, die Natur, in ihren Gedankenkreis hineingezo- gen, zu deren Ergründung ein unwiderstehlicher Drang sie trieb. Das beweisen uns die Schriften aller Zeiten. Dieser Drang nach der Erkenntniss der Naturgesetze ist aber so gross, dass der Mensch sie auf dem ruhigen Wege zu erlangen sewöhnlich nicht abwartet, sondern, sich in Hypothesen erschöpfend, das Begreifliche mit dem Unbegreiflichen ver- mengend, seine edelsten geistigen Erregungen mit eigentlichen Faseln vergeudet. Auch das beweisen uns die Schriften aller Zeiten, von Anaximander bis Hegel*), der eigentlichen Naturphilosophen neuerer Zeit nicht zu gedenken. Namentlich die Phy- sik eignet sich dazu, dem Menschen diese übermüthige Faselsucht abzu- gewöhnen, ihn über die Natur vernünftig denken und ihre Sprache verstehen zu lehren. Dadurch hauptsächlich erringt sie sich ihre Stelle zwischen den Zweigen des Gymnasialunterrichts.
Wollen wir also unsern Schillern durch das Betreiben der Physik eine eigentliche Wohlthat erweisen, so müssen wir nicht sowohl darauf sehen, dass sie viel Einzelnes ler- nen und ein gutes Examen machen, als darauf, dass sie in den Geist ächter Na- turforschung eingeweiht werden. Zu den Grundbedingungen nun, ohne welche es unmöglich ist, bei der Natur mit Nufzen in die Schule zu gehn, rechne ich:
Innige Liebe zur Betrachtung derselben, zur Thätigkeit ange-
i 8 em Jupiter kein Planet *) Ich erinnere nur an Hegels Deduction, dass zwischen dem Mars ünd dem Tuß 1 mehr vorhanden sein könne, ein Beweis, der noch jetzt gewiss in vielen Köpfen als. er- leglich dastehn würde, wenn unsre Augen uns nachher nicht eines bessern belehrt hätten.
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