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hat sich dieser Wunsch auch in letzterer Zeit durch das Erscheinen der Auſgaben-Samm- lungen von Kries*) und Schnuse*),(andere sind mir nicht hekannt geworden,) und so möchte es wohl an der Zeit sein, dass Jeder, welcher etwas Neues in dem Gebiete zu besitzen glaubt, damit hervortrete.
Die genannten Sammlungen enthalten einen wahren Schatz von Aufgaben, erfüllen aber nach meiner Ansicht doch nur einen Theil des Zweckes, den wir durch Aufgaben zu errei- chen suchen missen, und so benutze ich die Gelegenheit des Programms, diese Ansicht zu motiviren und Beispiele der Art, wie sie mir zu fehlen scheinen, und deren ich im Laufe des Sommers eine grössere Anzahl herauszugeben gedenke, probeweise beizufügen. Um Nachsicht bitte ich, wenn ich zunächst etwas weiter aushole, indem ich darzulegen ver- suche, was mir als der Endzweck des physikalischen Unterrichts auf der Schule erscheint.
Wir werden den physikalischen Unterricht auf dem Gymnasium nicht so weit herab- würdigen, dass wir als seinen Zweck eine angenehme Unterhaltung der Schüler erblicken; ja sogar dann müssten wir ihn aus den Unterrichtsgegenständen streichen, wenn er d Schüler blos vor einer Unwissenheit bewahren sollte, mit welcher man in der gebildeten Welt nach und nach den Begriff von Schande eben so zu verbinden anfüngt, wie mit der Unkenntniss z. B. der griechischen Mythologie oder der Orthographie der Fremdwörter. Auf dem Gymnasium kann die Physik nur dann geduldet werden, wenn sie als allgemeines Bildungsmittel einen Rang zu behaupten im Stande ist. In rein formaler Beziehung unter- liegt dies wohl keinem Zweifel, denn wie die Grammatik aus einem Gegebenen, nämlich der Sprache, die Mathematik aus einigen, dem Menschen angebornen Begriffen Gesetze ab- strahiren und anwenden lehrt, so thut die Physik ein Gleiches mit den Erscheinungen in
würde es aber sein, wenn dadurch vielleicht voreilige gesetzliche Beschränkungen herbeige- führt würden, welche nothwendig mehr schaden als nutzen. Der eine Lehrer hat sich mit diesem Theile vorzugsweise heschäftigt, der andere versteht einen andern besser; und da lasse man in den Naturwissenschaften Jeden das lehren, was er am besten versteht, denn nur dann stiſtet er wahren Nutzen. Die Grösse des Feldes bringt es auch mit sich, dass es doch nicht ganz bestellt, geschweige denn abgeerndtet werden kann, und so ist es am Ende fast gleich- sültig, welches Stück desselben vorzugsweise cultivirt wird. In der That aber möchte es wohl an der Zeit sein, dem Nachdenken geeigneter Maänner zu empfehlen, die Mittel ausfindig zu machen, wie wir den physikalischen Unterricht auf den Gymnasien in eine genauere Ver- bindung mit den academischen Vorlesungen bringen, damit diese in den Stand gesetzt würden, sich von dem so überaus populären Zuschnitte los zu machen, den sie noch so vielerwärts haben. Die Zeit wird sich freilich selbst helfen, aber ein besserer Zustand könnte doch viel- leicht durch Besprechung, namentlich, wenn die Herren Academiker daran Theil nehmen woll- ten, schneller herbeigeführt werden.
*) Jena bei Fr. Frommann. 1813. 4
**) Als Anhang zu seiner Ubersetzung des Pouillet'schen Lehrbuches. Quedlinburg und Leipzig bei G. Basse. 1813.


