Aufsatz 
Über die zeichnende Methode im geographischen Unterricht / von L. Grebe
Entstehung
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3 Henkel, Wilhelm, geb. am 5. October 1851 zu Mühlhausen bei Homberg, besuchte von Ostern 1865 an das Gymnasium zu Hersfeld, von welcher Anstalt er zu Ostern 1872 mit einem Zeugniss der Reife entlassen wurde. Er studierte zu Marburg Mathematik und Naturwissen- schaften und beendigte das Ex. pro fac. doc. am 3. März d. J. Seit dem 12. December vorigen Jahres ist er als wiss. Hülfslehrer an der Realschule I. O. zu Cassel thätig.

Der katholische Elementarlehrer Schad ist gestorben und an seine Stelle Elementar- lehrer Nau getreten. Hülfslehrer Henkel verlässt seine Stellung zu Michaelis d. J., um seiner Militärpflicht zu genügen.

Das Gedächtniss der Hochseligen Königin Luise wurde am 10. März gefeiert, die Festrede hielt Reallehrer Dr. Grebel.

Der Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers und Königs wurde am 22. März in einer Schul- feier mit vaterländischen Gesängen und Declamationen festlich begangen; die Festrede hielt Oberlehrer Dr. Wittich. Gegenstand derselben war Hessens Bedeutung für die Geschichte Deutschlands.

Im Laufe des Sommers machten die Schüler unter Leitung von Lehrern Spaziergänge und grössere Ausflüge, auch besahen sie die Sammlungen im hiesigen Museum.

In den Osterferien vom 17. bis 20. April wurde die dritte allgemeine Versammlung der deutschen Realschulmänner in der Aula der Anstalt gehalten. Das nächste Ziel derselben, das gesammte Realschulwesen durch ein Zusammenfassen aller derjenigen Kräfte zu fördern, welche für die Realschule Interesse haben und wirken, wurde vollständig durch Stiftung des Real- schulmänner-Vereins erreicht. Derselbe wurde am 19. April 1876 constituiert und ist seit- dem durch Gründung von Zweigvereinen in fortwährendem Wachsen begriffen.

Die jährliche Versammlung des hessischen Geschichtsvereins wurde am 25. Juli in der Aula der Anstalt gehalten.

An der von der gesammten Schuljugend Cassels zu Ehren des 2. September gehaltenen grossen Schulfeier in der Aue betheiligte sich auch die Realschule I. O. Die Sommerferien be- gannen am 3. Juli und dauerten 4 Wochen.

Dispensation vom Religionsunterricht wurde von 2 Untertertianern nachgesucht.

Gelegenheit, sich im Planzeichnen auszubilden, fanden seit Anfang d. J. die Primaner da-

durch, dass Oberlehrer Dr. Hornstein sich erboten hatte, dieselben in diesem Gegenstand zu unterrichten.

Das Resultat der von dem Augenarzt Herrn Dr. Stilling junior vorgenommenen Unter- suchung der Schüler bez. ihrer Augen war folgendes:

Im Verlaufe des Sommers 1875 wurden sämmtliche Schüler augenärztlich untersucht, um das statistische Verhältniss der Kurzsichtigkeit festzustellen. Die Prüfung ergab verhältnissmässig sehr günstige Resultate. Zwar fanden sich, wie nicht anders bei einer so grossen Schülerzahl zu erwarten stand, eine grosse Anzahl von Kurzsichtigen, allein der Grad der Kurzsichtigkeit war bei dem weitaus grössten Theile ein sehr geringer. Die mittleren Grade der Kurzsichtigkeit vertheilten sich in ganz unregelmässiger Weise auf alle Classen, und die sehr hohen Grade deren Zahl im Ganzen eine geringe war(es fanden sich nur 16 Augen mit einer Kurzsichtigkeit =) wurqden selbst in den untersten Klassen, und hier sehr häufig nur einseitig, angetroffen. Es lässt sich demnach constatieren, dass in der Realschule I. O. dahier der Grad der Kurzsichtig- keit nicht von der Höhe der Klassen abhängig war, was zur Genüge beweist, dass die An- strengungen, welche den Zöglingen zugemuthet werden, keinen besonders nachtheiligen Einfluss auf die Entwickelung des in Rede stehenden Augenübels im Gefolge haben.

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