Schulnachrichten.
Das zurückgelegte Schuljahr mahnt lebhaft an des Dichters Simonides bekannten Ausſpruch, daß unter dem Menſchengeſchlecht nichts von Beſtand bleibt. Das verfloſſene Jahr hat im Kreiſe unſerer Schule vielfache Veränderungen herbeigeführt, den Gang des Unterrichts oftmals geſtört, manche Beſorgniſſe wegen glücklichen Erfolgs unſerer Beſtrebungen erzeugt und genährt. Wie es begonnen, ſo endet es mit Verluſt an wackern und tüchtigen Lehrern, von denen uns zwei durch anderweitige Beſtimmung entzogen, zwei durch unerwarteten Tod entriſſen wurden, in einer Zeit, wo es mehr als je Noth thut, daß Lehrer von bewährter Geſinnung zuſammenſtehen und das Beſte der Gelehrten⸗Schulen nach Innen und nach Außen gemeinſchaftlich ſchützen und fördern. Wen moͤchte da nicht eine gewiſſe Bangigkeit ergreifen? Gleichwol laſſen wir uns nicht niederbeugen; wir fühlen vielmehr Muth, ſo lange Gott Kräfte verleiht, für unſern Beruf unerſchrocken zu wirken, bauen getroſt auf Gottes Weisheit, die Alles zum Beſten führt, und werden unbekümmert um Parteigeſchrei fortfahren, den Geiſt unſerer Schüler zur Erkenntniß des Wahren zu leiten und den Herzen derſelben Liebe zum Guten und zum Rechten einzuflößen.
I. Lebrverfaſſung. A. Fehrercollegium.
Zu demſelben gehoͤren jetzt 1) neun ordentliche Lehrer: Dr. Carl Friedrich Weber, Director, Dr. Ernſt Wilhelm Grebe, Dr. Georg Wilhelm Matthias, Dr. Johann Carl Flügel, Dr. Heinrich Nieß, Pfarrer Georg Sippell, Dr. Conſtantin Schimmelpfeng, Dr. Wilhelm Schwaab und Dr. Johann Wilhelm Fürſtenau; 2) der Hülfslehrer Heinrich Philipp Friedrich Mattheiz 3) fünf beauftragte Lehrer: Pfarrer Louis Jatho, Dr. Henry Maddock Stevenſon, Ludwig Wilhelm Eduard Caſſelmann, Dr. Hermann Wilhelm Albrecht Dieterich und Carl Schorrez 3) drei außerordentliche Lehrer; Conrad Friedrich Geyer für Schreib⸗ und Rechen unterricht Dr. Johann Wiegand für Geſang und Otto Friedrich Ludwig Appel für Zeichnen. 1 7


